Gesucht – und gefunden? – plus Sonntagsstatistik

Da Google und vielleicht auch andere Suchmaschinen langsam meinen Blog erfassen, finden sich die ersten doch bemerkenswert zu nennenden und durchaus interessante Suchanfragen. Vielleicht kann ich ja ein wenig Antwort zu den Fragestellungen geben:

fälschungen oprazol bevölkerung: Ich hoffe nicht, dass sogar schon die Bevölkerung gefälscht ist, aber gefälschte Omeprazol-Packungen der Hersteller Ratiopharm, Hexal und KSK der Stärken 20mg und 40mg, alle in 100 Stück-Packungsgrößen sind definitiv in der Bevölkerung angekommen.

apotheker notdienst anschließend dienst: Ja, gibt es. Das ist sogar eher die Regel als die Ausnahme, peile ich mal über den Daumen.

fachkräftemangel pta: Ist im Augenblick noch nicht so schlimm, aber unsere Politik arbeitet mit Nachdruck daran.

muß ich notdienstgebühr bezahhlen wenn ich traubenzucker kaufe: Während der regulären Öffnungszeiten natürlich nicht. Im Notdienst schon. (Es sei denn, die Apotheke kneift alle Hühneraugen zu und verzichtet darauf, oder die Notdienstgebühr ist bereits mit einem Notdienst-Rezept abgearbeitet und der Traubenzucker ist ein Zusatzkauf).

wer kauft glivec tabletten: Meistens Menschen mit „Philadelphia-Chromosom (bcr-abl)-positiver (Ph+) chronischer myeloischer Leukämie“, aber auch mit Ph+-CML in der chronischen Phase nach Versagen einer Interferon-Alpha-Therapie, in der akzelerierten Phase oder in der Blastenkrise, mit neu diagnostizierter Philadelphia-Chromosom-positiver akuter lymphatischer Leukämie (Ph+ ALL) in Kombination mit einer Chemotherapie, mit rezidivierter oder refraktärer Ph+ ALL als Monotherapie – sprich Patienten mit bestimmten Formen von Blutkrebs. Es gibt noch ein paar andere zugelassene Indikationen, und Therapieversuche bei pulmonaler Hypertonie scheinen sehr aussichtsreich, aber gleich schlafen hier alle Mitlesenden ein… deswegen einfach mal hier schauen.

omeprazol fälscherring: Naja, bei (derzeit) 2 Verdächtigen würde ich nur von einem „Ring“ sprechen, wenn diejenigen sich beide Hände reichen. Aber es ist zu vermuten, dass wesentlich mehr Menschen in dieses Fälschungs-Geschäft involviert waren.

warum braucht pharmazierat meinen führerschein: Vielleicht musste er seinen eigenen bei der Polizei hinterlegen? Ehrlich, ich habe keine Ahnung.

arztausweis wie teuer? Ich vermute ja, den gibt es für wenig Geld bei der KV, weil Arzt ja sicher eine Art „Mitgliedsbeitrag“ leisten muss. Aber ich weiß es nicht, weil mir die KV das nicht verrät.

müssen apotheken medikamente zurücknehmen: Müssen? Nein. Machen die meisten aber, und zumeist auch kostenfrei.

sachbearbeiter retaxationen: Ich kenne keinen persönlich – und das ist vielleicht auch gut so. Aber meistens sind es Sachbearbeiter, die meiner Erfahrung nach über sehr begrenztes pharmazeutisches und medizinisches, dafür aber im Zweifelsfall über leidlich umfangreiches vertragliches und gegebenenfalls juristisches Wissen verfügen – immer die Paragraphen, die gegen die Apotheke ausgelegt werden können, aber nie die, die für die Apotheke sprechen. Oder letztere sind gerade nur vergessen worden. 😉

protaxplus: ProtaxPlus ist ein Retaxationsdienstleister, der von einem Ex-Juristen einer Apothekerkammer (mit)gegründet wurde, und dieser verkauft nun sein Fachwissen betreffend „juristisch unsauber ausgestellter“ Rezepte auf Provisionsbasis an kranke Kassen. Der Slogan lautet „Protaxplus: das Rechenzentrum, das (sich) für seine Kunden rechnet„, und hier erkennt man sofort, worum es geht – ProtaxPlus sucht speziell nach Rezepten, die die kranke Kasse dann aufgrund juristischer Spitzfindigkeiten nicht bezahlt.  [Wie ich schon mehrfach betonte, finde ich das Ursprungsprinzip der Retaxation richtig. Was aber in den letzten 10 Jahren durch Retaxdienstleister „entwickelt“ wurde, ist oft nur noch als „schäbig“ zu bezeichnen.]

klappstuhl tach: Höflichkeit gegenüber Sitzmöbeln zeugt prinzipiell von guter Erziehung. Auf psychiatrischen Stationen könnte so eine Aussage aber durchaus zu einer Zusatzmedikation im pharmakologisch sinnvollen Bereich führen.

danke für deine blödheit: Gern geschehen, Man hilft, wo man kann. 😉

privat zu verkaufen humira 40: Das sollte man besser bleiben lassen. A) macht man sich des Verstoßes gegen das AMG schuldig, wenn man Arzneimittel „ohne Lizenz“ verkauft. B) stellt es ein Verstoß gegen die AMVV dar, verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Rezept zu beliefern. C) hat der Verkäufer garantiert keine (Berufs-)Haftpflichtversicherung, wenn ihn der Käufer anschließend wegen z.B. Körperverletzung anzeigt. D) könnte man eine angebrochene Arzneimittelpackung als „Herstellungsprozess“ definieren, so wie auch Wochenmedikamentenstellung derzeit als Herstellungsprozess definiert werden. Noch ein Verstoß gegen AMG und ApoBetrO. Und letztendlich E) macht sich der Verkäufer des Versicherungsbetrugs schuldig, wenn er ein Arzneimittel, welches seine Krankenversicherung bezahlt hat (und welches letzthin der Krankenversicherung gehört!) zum eigenen Gewinn weiterverkauft. Und das gilt nicht nur für Humira. Es droht im Zweifelsfall also viel Ungemach, wenn der Käufer – aus welchem Grund auch immer – später sauer ist.

na endlich schwein: Nein, „Sus domestica“ findet sich bisher noch nicht auf meinem Blog. Aber vielleicht kommt das ja noch. 😀

Ich finde es gut, dass nunmehr nicht nur diejenigen, die meinen Namen schon kennen, hierher finden. Das läßt mich hoffen, dass meine geknickten Gedankengänge mehr als nur Fachpublikum erreichen.

Ein bisschen Sonntagsstatistik:

In den letzten 14 Tagen hatte ich durchschnittlich 367 Aufrufe von 130 Besuchern pro Tag. Japan ist gemäß der Aufrufzahlen durch Großbritannien auf Platz 7 verdrängt worden, hält sich aber Wacker. Die Aufrufe aus Hong Kong haben sich nicht vermehr – ich sollte doch bei Gelegenheit so nebenher einmal Mandarin lernen. Dafür arbeitet sich Brasilien vor, obwohl ich auch kein portugisisch kann – recht so! Anonsten hat meine Weltkarte noch ziemlich viele weiße Stellen. Ich habe nichts dagegen, wenn sich das ändert.

Die meisten finden immer noch via Pharmama und dem Monsterdoc zu mir, aber auf Platz 3 liegt Google Reader, und danach kommt schon Google als SearchEngine. Schön.

Die derzeit beliebtetsten Artikel sind die über die Omeprazol-Fälschungen und über die Krankenkassen-Politik-Verwicklung. Es freut mich, dass ich nicht der einzige zu sein scheine, der sich dafür interessiert. Macht Euch schlau, und sagt Eure Meinung dazu ruhig öffentlich!

Und hiermit wünsche ich allen Lesern ein frohes und gesegnetes Osterfest!

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