Dauerdefekte – Lebensrettende Medikamente nicht lieferbar..!

Wenn bestimmte Arzneimittel einer bestimmten Firma nicht lieferbar sind, ist das ärgerlich. Wenn allerdings eine bestimmte Arzneimittelzubereitung von allen gelisteten Herstellern nicht lieferbar ist, kann das gesundheitlich bedenklich werden. Derzeit ist Cefuroxim Trockensaft 125mg/5ml [1] von allen 8 in Deutschland anbietenden Herstellern betroffen.

Es ist derzeit keine einzige Packung mehr lieferbar! Dabei rede ich nicht nur von den 3 Großhändlern, auf die ich Zugriff habe. Auf der Suche nach einer dringenden Rezeptbelieferung für ein krankes Kind habe ich alle Apotheken in Kleinstadt abtelefoniert, und keine konnte zwei Flaschen einer (gleichen) Herstellerfirma organisieren. Eine Flasche hatte ich noch da, und letzhin habe ich dann mit vereinten Kräften einer anderen Apotheke noch eine Flaschen eines anderen Herstellers aufgetan.

Die Bedruckung eines Rezepts mit letzthin dem selben Produkt zweier unterschiedlicher Hersteller ist aber seitens der kranken Kassen nicht vorgesehen. Was mich bei der Rezeptabrechnung in erhebliche Probleme bringt und zu 3 klein geschriebenen Kugelschreiberzeilen auf dem Rezept führte, mit denen ich der kranken Kasse zu erklären versuch(t)e, warum ich das so gemacht habe. [2]

Bei bestimmten onkologischen Medikamenten [3] sind einige Hersteller in der Zwischenzeit dazu übergegangen, Lieferengpässe der AMK (Arzneimittelkommission) zu melden, und so das Problem zumindest zu kommunizieren und auch die Ärzte auf das Dilemma hinzuweisen. Bei Antibiotika scheint dieses Vorgehen nicht nötig. Es scheint zu reichen, wenn die Apotheke(r/in) blöd dasteht, mit den Schultern zuckt und sagt: Können wir grad nicht machen. Fragen Sie mal in zwei Monaten nochmal nach! Bei einem frisch aus dem Krankenhaus entlassenen Kind mit einer schweren, zu Hause weiterzubehandelnden Weichteil- oder Nierenbeckeninfektion wird diese Aussage von den Eltern vermutlich mit „Hurra!“-Gejubel wie zu Kaisers Zeiten aufgenommen werden… 

Und wie kommt so etwas zustande?
Meine Antwort ist mal wieder relativ simpel – Globalisierung. Aber um diese Antwort gut zu erklären muss ich wohl etwas weiter ausholen:
1) Los geht es damit, dass pharmazeutische Betriebe Wirkstoffe kaum noch selber herstellen, sondern viele Wirkstoffe eingekauft werden. Das hat einfach etwas mit den Kosten zu tun. Weltweit größter Hersteller für arzneiliche Wirkstoffe ist derzeit vermutlich Indien. Dabei sollte man – die Herstellungskosten betreffend – berücksichtigen, dass in Indien ein weit geringeres Umweltschutz- und Arbeitssicherheitsniveau herrscht als in Europa allgemein und in Deutschland  im speziellen. Womit ich nicht sagen will, dass in Indien schlechte Qualität produziert wird, ganz im Gegenteil. Aber die Produktionsbedingungen weichen doch sehr stark gegenüber Deutschland ab. Hat es ein Hersteller erst einmal geschafft, als preiswertester Hersteller alle anderen aus dem Markt zu verdrängen, und kann (oder will) dann nicht liefern, steht die Welt ohne diesen Wirkstoff da. Denn eine Synthese mal eben aus dem Ärmel schütteln geht vielleicht bei Harnstoff oder Essigsäureethylester, aber einen komplexen Wirkstoff zu synthetisieren und dann in pharmazeutischer Qualität aufzuarbeiten geht selbst bei bekanntem Syntheseweg nicht von gestern auf heute. Und eine Synthesestrecke neu aufzubauen, um nach Fertigstellung zu erkennen, dass nun der andere Hersteller April, April! ruft, kostet dann wahrscheinlich mehr, als das Produkt an Gewinn abzuwerfen verspricht.
2) Und weiter geht es damit, dass viele Hersteller auch die Arzneimittelproduktion in lohnkostengünstigere Länder verlagert haben, welche natürlich weit von Europa entfernt liegen. Indien ist hier auch sehr weit vorne, aber auch China mausert sich zum Global Player. Wird nun eine erhöhte Nachfrage festgestellt, und die Produktion angekurbelt, erreicht der Container mit der „frischen Ware“ Europa ca. 1 bis 2 Monate später. So lange ist das Arzneimittel dann einfach kaum oder gar nicht verfügbar. Und wird genau dieses Containerschiff vor Somalia oder (wenn es aus China kommt) im südchinesischen Meer gekapert, dann warten die Patienten halt auf den nächste Lieferung – noch 1 oder 2 Monate später.

Nun ist es nicht so, dass in unserem speziellen Fall des „Cefuroxim-Trockensafts“ das Problem erst seit gestern besteht. Lieferschwierigkeiten gibt es schon seit ca. Mitte 2012, mal ist es lieferbar, und dann wieder nicht. Nur wird diese Wirkstoffzubereitung just im Augenblick verstärkt verschrieben. Hatte ich im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 17 Packungen auf dem Rezept – habe ich dieses Jahr bereits 15 Packungen beliefert. Und ich musste dieses Jahr schon Rezepte ablehnen, da ich keine Packungen einkaufen konnte.

Und wo liegt die Ursache des ganzen Übels?
Kapitalismus. Aber diese Erklärung greift zu kurz. Denn die wichtigste Mit-Ursache in diesem Fall dürfte die gnadenlose Geiz-Ist-Geil-Mentalität der kranken Kassen sein. Warum? Leistung lohnt sich nicht mehr für die Herstellerbetriebe! Der Festbetrag – also die Maximalsumme – die die kranken Kassen für so eine Packung „Cefuroxim Trockensaft 100ml“ zu bezahlen bereit sind, liegt bei 15,93€. Ziehe ich davon die MwSt. (19%) ab: 13,39€. Ziehe ich nun den „Apothekenaufschlag“ (3% auf EK und 8,35€) ab, bleiben für Großhandel und Hersteller noch 4,89€ [4]. Ziehe ich jetzt auch noch den Großhandelsaufschlag ab, bleiben 4,06€ für den Hersteller. Davon wird dann gegebenenfalls noch ein Rabatt gemäß Rabattvertrag der kranken Kasse mit dem Hersteller fällig.

Die Hersteller bekommen – gesetzlich gedeckelt auf Wunsch der kranken Kassen – also maximal 4,06€ pro Packung. Wer nun kein Verständnis dafür hat, dass die Hersteller bei Lieferengpässen eben nicht im Dreieck springen und alles menschenmögliche für eine bessere Liefersituation machen, sondern Buisiness as usal, versteht die Welt des Kapitalismus nicht. Denn wenn für ein Produkt zwar eine hohe Nachfrage besteht, es aber keine riesigen Gewinne verspricht, hat der Hersteller keine Veranlassung zu reagieren, denn jegliche akute Verbesserung der Liefersituation  würde die geringen Gewinne auffressen, und im Zweifelsfall gar Verluste generieren. Da so ein Weltkonzern aber hauptsächlich seinen Eigentümern und Aktionären verpflichtet ist, und nicht etwa irgendeiner Bevölkerung, geht der Gewinn des Konzerns vor die pharmazeutische Moral, Ethik oder gar „Verpflichtung“.

Um es nochmals klipp und klar zu betonen: Das ganze geht nicht nur von Großkonzernen aus, es ist politisch gewollt! Die Vertreter und Beführworter einer Geiz-Ist-Geil-Mentalität, wie sie durch das Festbetragsmodell etabliert wurde, mit regelmäßiger Absenkung der Festbetragspreise in einem jährlichen oder zweijährigem Turnus, mit Verboten, die  Preise herstellerseitig zumindest der Inflation anzupassen, und mit dem Grundsatz, dass möglichst jegliche Leistung kostenlos erbracht werden sollte, brauchen nicht anschließend zu jammern!

Kein Arbeitgeber würde Angestellte finden, wenn diese nur dann arbeiten kommen dürfen, wenn sie jeden Tagesanfang 1€ mehr
am Werkstor einzahlen müssen, als sie abends am Werkstor als Lohn ausgezahlt bekommen. Auch das entspricht dem Prinzip „Angebot und Nachfrage“. Und wer jetzt wieder tönen möchte Sonderangebote gibt es aber immer ganz billig!, der verkennt, dass es sich bei „regulärem Geschäftsverkehr“ eben nicht um dauerhafte Sonderangebote handelt. Kein Restpostenmarkt verkauft seine Produkte unter Einkaufspreis. Und wenn man den Vergleich tatsächlich ziehen möchte: Welcher Patient möchte seine Arzneimittel als Restposten kaufen?

Ich habe jetzt also alles am Preis und an der Geiz-Ist-Geil-Mentalität festgehakt, und mache es mir damit offensichtlich sehr einfach. Aber ich habe auch einen Grund dafür. Denn letzthin ist nicht nur die Produktionsseite spannend, sondern auch die Verkaufsseite. Schauen wir uns die Kosten doch mal an. Vor Einführung des Festbetrags von damals 15,22€  kostete eine Packung „Elobact Trockensaft 125mg/5ml 100ml“ schlappe 42,79€. Nun ist Deutschland ja für seine hohen Arzneimittelpreise berühmt, was nicht unbedingt dadurch besser wird, dass in anderen Ländern wie z.B. Frankreich der Staat dem Hersteller einen verlängerten Patentschutz gewährt, wenn der Hersteller verspricht, im Gegenzug seinen Preis xy% unter dem deutschen zu halten. Aber mit Einführung im Verhältnis so dramaischer niedriger Festbetrags-Preise wird Deutschland plötzlich Reexport-Land. Was deutsche Reimport-Spezialisten wie „Emra-med“ und „Kohl-Pharma“ (und noch ein paar andere) mit Ländern wie Spanien, Portugal und Grichenland machen, machen andere Länder nun eben auch mit Deutschland: Es ist billiger, dieses Land komplett leer zu kaufen und die Schachteln umzuedikettieren als das Produkt im eigenen Land vom Hersteller zu erwerben. Für die Großhändler hingegen ist es deutlich gewinnorientierter, sehr große Packungszahlen an einen einzelnen Abnehmer (Reimporteur) zu liefern, als viele Einzelpackungen an viele einzelne Abnehmer (Apotheken). Ob das in diesem Fall beim Cefuroxim-Saft zutrifft, weiß ich nicht. Aber bei Produkten wie „Spiriva“ und „Pulmicort Turbohaler“ hatten wir das schon.

Welche Ursachen nun genau hinter dem anhaltendem Lieferproblem des Cefuroxim-Trockensaftes bei 8 Firmen gleichzeitig (!) stecken, kann ich leider nicht sagen, da sich nicht offiziell geäußert wird. Daher bin ich auf Spekulation angewiesen. Aber meine beiden Vermutungen scheinen mir sowohl einzeln als auch zusammen Sinn zu ergeben.

Mit anderen Worten: Wir sparen uns alle zu Tode. Oder wir werden von unserem eigenen Gesundheitssystem, von unserer eigenen Politik und gegebenenfalls von einem anderen (europäischen) Land zu Tode gespart. Und das unter Anleitung und Aufsicht der Politik und der kranken Kassen. Leider weiß ich kein wirksames Arzneimittel gegen diese Form vom politisch-gesundheitlicher Schizophrenie….

Nachtrag: Andere derzeit für den fraglichen Hersteller offensichtlich nicht so wahnsinnig interessante Arzneimittel mit Lieferengpässen (kleine Auswahl):
– Digitoxin 0,07mg Tabletten [AWD-Pharma; schlecht austauschbar wegen enger therapeutischer Breite des Wirkstoffes]
– Metoprololsuccinat 1A-Pharma 47,5mg Tabletten [1A-Pharma; Rabattartikel z.B. bei der DAK]
– Simvabeta 20mg & 40mg Filmtabletten [Betapharm; Rabattartikel unter anderem des AOK-Verbundes]
– Tetrazepam Ratiopharm 50mg Filmtabletten
– Valsartan dura 80mg und 160mg Filmtabletten [Mylan-dura GmbH; Rabattartikel des AOK-Verbundes]
Diese Arzneimittel sind aber nicht „komplett“ vom Markt verschwunden, da es noch Alternativprodukte gibt. Trotzdem nerven die Romane, die man bei „Nichtverfügbarkeit des Rabattartikels“ händisch auf das Rezept schreiben muss, wenigstens genauso viel wie die Erklärungen, mit denen man den Patienten „ruhigstellen“ darf. Das ganze macht echt keinen Spaß mehr.
—————————
[1] Gibt es von einem Hersteller auch als „Granualt zur Herstellung einer Suspension“ und nicht als „Trockensaft“, was gemäß derzeitiger Aussage des GBA (derzeit noch) nicht das selbe ist. Aber das schere ich jetzt trotzdem mal über einen Kamm.
[2] Und, damit ich mich selber in einem Jahr erinnern kann, was ich warum damals gemacht habe, sollte mir das Rezept als Retaxation wieder auf den Tisch flattern.
[3] Also ganz fahrlässig übersetzt „Mittel zur Krebsbehandlung“.
[4] Der Apothekenaufschlag hört sich wieder überwältigend riesig an. Das ist aber nur scheinbar so, weil das selbe Preisbildungssystem auch für sauteure Arzmeimittel gilt, wie ich an Fallbeispielen wie „Humira 40mg“ und „Glivec 400“ hier bereits vorrechnete. Und am Rande – ich bekomme auch nicht die 8,48€. Allein 1,47€ + 0,28€ MwSt. gehen derzeit als Abschlag an die kranke Kasse zurück – und das, so sagen die Kassen – ist noch lange nicht genug. Der Rohgewinn liegt damit bei 7,01€, was einem Aufschlag von 143,7% enstpräche. Aber wie gesagt, „so preiswerte“ Medikamente sind einerseits nicht die Regel, und andererseist – wie ich im Text oben zeigen werde – für den Hersteller plötzlich uninteressant.

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37 Gedanken zu „Dauerdefekte – Lebensrettende Medikamente nicht lieferbar..!

    • Ich finde es einfach nur traurig für die darauf angewiesenen Patienten und peinlich für die Herstellerfirmen.

      Aber unsere Politik will nun mal das Großkapital um jeden Preis fördern, und mir braucht keiner erklären, die SPD oder die GRÜNEN sind anders – wenn ich nur auf „Putins Gasableser“ Herrn G. Schröder, oder auch auf „Von-Selbststricksockenturnschuhen-zu-Armani-Anzüge-Wechsler“ Herrn J. Fischer schaue. So sehen unser aller Vorbilder heutzutage aus. Prima…

      • Traurig – ja, und absolut verantwortungslos. Bin ich eigentlich der Einzige, der der Ansicht ist, dass Unternehmen mit besonderen Produkten (wie Arzneimitteln) auch eine besondere Verantwortung (gesellschaftlicher Art) tragen?

      • Nein, Jim, bist Du nicht. Aber die Firmen selber sehen das nur noch begrenzt so. Denn vor allem tragen große Firmen Verantwortung gegen über den Mehrheitseignern, den Vorständen, den Banken und den Aktionären. (In dieser Reihenfolge.)

      • @DankeBitte Jim:
        Aus Industriesicht: Das Problem ist dasselbe wie bei den Apothekern in der Offizin. Die Krankenkassen bezahlen nur noch das billigste Medikament. Da kann man es in der Industrie finanziell nicht mehr rechtfertigen, den Wirkstoff in Deutschland herstellen zu lassen, sondern muss auf Indien und Co. ausweichen: die sind billiger! (@knick: das hat nicht mal was mit Aktionären oder anderen „bösen“ Machenschaften zu tun, sondern einfach mit Konkurrenzfähigkeit. Man geht ansonsten einfach pleite.).

        Eine Firma hätte ansonsten ein super Produkt mit einer super Lieferfähigkeit, welches aber nie von einer Krankenkasse bezahlt werden würde, da zu teuer.

        Aus Sicht eines Industrieapothekers: Qualität kostet. Für Billigpreise gibts halt dann halt aber auch nur Wirkstoffe aus Indien!

      • Dass das ganze ein Herstellungs-Preis-Problem ist, hatte ich ja versucht darzustellen. Und dass das ganze auf Druck der kranken Kassen und der Politik geschiegt, auch. Aber Aktionäre wollen auch ihren Teil abhaben. Oder profitieren die deutschen Vorstände von Betapharm nicht davon, dass nur noch in Indien produziert wird? Hat Betapharm nicht mehrere Exklusivrabattverträge mit der AOK (z.b. Simvastatin)? Was ist im Augenblick grad nochmal gar nicht lieferbar? Ach, ich verfolge WIEDER Veschwörungstheorien… 😉

      • @knick:
        * Betapharm war mal ein deutsches Unternehmen. Es wurde vom indischen Dr. Reddys aufgekauft. Mittlerweile ist es ein indisches Unternehmen.
        * Ratiopharm war mal ein deutsches Unternehmen. Es wurde von der israelischen Firma Teva aufgekauft. Mittlerweile ist es ein israelisches Unternehmen.
        * Hexal war mal ein deutsches Unternehmen. Es wurde von der schweizerischen Novartis aufgekauft. Mittlerweile ist es ein schweizerisches Unternehmen.
        * Merck Dura war mal ein deutsches Unternehmen. Es wurde von der amerikanischen Mylan aufgekauft. Mittlerweile ist es ein amerikanisches Unternehmen.
        Die Liste lässt sich fortsetzen.

        Merkst Du was?
        Wenn Betapharm ein indisches Unternehmen ist, wundert es mich nicht, dass die auch in Indien beim Mutterkonzern produzieren lassen.

      • Hmm.. in Analogie ist BMW ein Deutsches Unternehmen in China und sollte nur in China produzieren lassen…oder doch nur in Deutschland? Oder vielleicht nur noch in Brasilien?… 😉

        Ich kann mich noch an das Jahr 1999 erinnern, da hat Hexal kurz vorher einen neuen Synthesestandort in Deutschland aufgemacht – ein Gebäude in hexagonaler Form. Das wurde riesig gefeiert, weil die Struktur dieses Gebäudes die Syntheseschritte dramatisch vereinfachen und verbilligen sollte. Was ist kaum 15 Jahre später von diesem Standort übrig?

        Wie kann die deutsche Politik zulassen, dass alle großen Generikahersteller ins Ausland verkauft werden?

        Und haben diese Hersteller nicht auch immer noch deutsche Adressen und deutsche Vorstände? Ich denke doch. Im Impressung vom Betapharm ist als Firmensitz „Kobelweg 95; 86156 Augsburg“ angegeben. Nur ein Briefkasten? Ich glaube nicht.

        Aber trotzdem bleibe ich bei meiner These aus dem Artikel: Schuld ist das politisch protegierte Großkapital. Würde man unsehligen Rabattverträgen von politischer Seite einen Riegel vorschieben, wäre das deutsche Gesundheitswesen ein anderes…

      • @knick: Natürlich haben die Firmen noch eine deutsche Adresse und sind kein Briefkastenunternehmen.
        Wenn Du nicht mehr eine eigenständige Firma bist, sondern ein Tochterunternehmen einer anderen Firma bist, dann wirst Du die Entscheidungen Deiner Mutterfirma (also Deines Stammsitzes) umsetzen. Und wenn die Mutterfirma sich entscheidet, in ihrem Stammland zu produzieren, wird das ohne weitere Nachfrage umgesetzt. Keine Diskussion! Bitte glaub mir das!

        Du führst BMW an: Die Mutterfirma ist BMW, der Sitz ist in Bayern. Die Tochterfirmen sind in China. Die Chinesen werden sich den Wünschen aus München beugen.
        Opel gehört dagegen zu General Motors. Rüsselsheim wird daher die Wünsche aus Detroit befolgen.
        Das ist in der Pharmaindustrie echt nicht anders…

      • Dann ist für mich die Preisfrage, wieso die deutsche Politik sich dann auf der Nase herumtanzen läßt. BMW wird von der chinesischen Regierung erheblich unter Druck gesetzt. Sonst werden sie einfach rausgeschmissen – die Werke und das Know-How dann natürlich aber nicht…

        Aber warum gibt es bei Nichtlieferfähigkeit von Exklusiv-Rabattartikeln nicht HORRENDE Vertragsstrafen? Dann würde Betapharm sich aber umschauen in Indien. Vertragsstrafen gibt es nur für den deutschen Offizin-Apotheker, wenn er die Sonder-PZN oder den handschriftlichen Spruch auf den Rezept vergisst, dass Betapharm nicht lieferbar ist – und nicht mindstens 50 Lieferscheine archiviert, um zu beweisen, dass er nicht gelogen hat.

        Und beim Cefuroxim-Saft würde sich mindestens eine der 8 Herstellerfirmen auch mit erstaunlichen Vertragsstrafen konfrontiert sehen… So sehe ich entsetzte Eltern und wütende Kinderärzte.

        Das werfe ich nicht der Industrie vor, sondern der Politik und den kranken Kassen.

      • Ich sehe das so, dass ich als Offizinapotheker natürlich einerseits wirtschaftlichen Zwängen unterliege, in meiner Eigenschaft als freier Heilberufler aber (hoffentlich!!!) immer auch das Wohl der Patienten sehe. Diese Sicht teilen die Herstellerfirmen m.E. nicht.

        Leider führt meine Haltung in der Tat des öfteren dazu, dass ich Umsatzeinbußen habe, etwas was Pharmaunternehmen nie in Kauf nehmen würden um Patienten zu helfen.

      • Wenn man – um schnell zu helfen – auf Gewinn verzichtet, wird das einem a) sowieso nicht geglaubt und b) im Zweifelsfall strafrechtlich verfolgt. (Substitutionen und Stückelungen sind schließlich verboten). Na was solls…

      • Du führst BMW an: Die Mutterfirma ist BMW, der Sitz ist in Bayern. Die Tochterfirmen sind in China. Die Chinesen werden sich den Wünschen aus München beugen.

        dixit McCloud
        Theoretisch… äh, nein, nicht mal theoretisch. Weil die Chinesen westliche Firmen grundsätzlich nur in Joint-Venture ins Land lassen, aber grundsätzlich mit Knebelverträgen, die die westlichen Technologielieferanten quasi enteignen und zu Bittstellern an ihrem eigenen geistigen Eigentum machen. Das einzige, was die westlichen Firmen machen können, wenn sie nicht so tanzen wollen, wie Peking pfeift, ist den Vertrag aufkündigen, aber dann produzieren die Chinesen die westliche Technologie (hier: Luxus-Automobile) einfach weiter, ohne daß die westlichen Firmen davon noch einen Cent sehen. Das steht in den Verträgen. Und ich wundere mich immer wieder, wie geldgeil die Firmen sind, daß sie das unterschreiben, nur weil „China so ein großer aufstrebender Markt“ ist.

  1. Vielen Dank für die Erklärung. Jetzt versteh ich das auch mal, wenn was nicht verfügbar ist. Und ich verstehe den ganzen langen Weg von den Zutaten bis hin zum fertig verpackten Produkt in der Apotheke.

      • Es freut mich immer, wenn ich etwas so erklären kann, dass es verständlich rüberkommt. An diesem Text habe ich wesentlich länger geschrieben, als ich in einem Beratungsgespräch durchschnittlich Zeit habe. Dass es natürlich manchmal auch andere Ursachen für einen Mangel gibt, ist noch eine andere Geschichte – z.B. wenn die Kühlung in einem Hochregallager ausfällt und damit eine ganze Impfstoff-Charge hin unbrauchbar ist (gab es auch schon). Aber speziell im Fall des Cefuroxim-Trockensafts sind die dauerhaften Lieferschierigkeiten für mich anders einfach nicht nachvollziehbar…

  2. So wie ich die Geschäftspläne eines gewissen Darmstädter Unternehmens verstehe, geht’s gar nicht um den europäischen Markt, weil der nicht mehr wächst – und mit dieser Einstellung ist das Unternehmen meines Wissens nicht allein (siehe auch die Patentstreitigkeiten in Indien). Ich war ja mal „drin“ und hab mich sehr über die Kollegen geärgert, die einfach nachgeplappert haben, man bräuchte neue Blockbuster. Gesagt hab ich nix, ich hätte nicht ruhig genug bleiben können. So funktioniert doch Medizin nicht. Ich bin ja selbst auf ne Langzeitmedikation angewiesen, da ich zu dem Teil der Bevölkerung gehöre, der sich mit Verdacht auf Schilddrüsenkrebs unter das Messer gelegt hat. Wenn da irgendwann mal jemand meint, das Medikament sei zu wenig nachgefragt … dem walte Hugo.
    Eigentlich eine Frechheit, dass solche unsozialen Leute auch noch Branchenverbandspräsidenten werden dürfen oder Ehrungen für soziales Engagement erhalten.
    Leider ist ja der gemeine Bürger nicht mal ansatzweise informiert genug, um den ganzen Dreck zu durchschauen, von Engagement rede ich noch gar nicht.
    Sorry für die harten Worte.

  3. Hallo. Kleine Info für ein interessantes Thema heute Abend:
    http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/redezeit/pharmaindustrie101.html

    Es geht um freien/bezahlbaren Zugang der Heilberufler zu Studien und entsprechenden Netzwerken. Damit man auch selbst mal Primärrecherche machen kann.
    Du bist zwar in Süddeutschland, aber vielleicht bieten die Öffis für das ganze Geld auch Streams oder so.

    Wegen der Lieferbarkeiten: Ich würde mich nicht wundern, wenn sich demnächst Sekundärstrukturen ausbilden, die speziell für Zytos zum Beispiel alternative Beschaffungswege etablieren.
    Dann kauft man sich den Kram beim Schwarzhändler, weil der normale Markt totgespart ist und a là DDR die Regale leer sind.

    • Das Problem an der Schwarzmarktkiste sind zweierlei: Erstens ist der Markt ja leer, wenn nichts produziert wird. Zweitens ist der Schwarzmarkt meistens teurer als der „Weißmarkt“ – und Zytos kann sich so schon kaum jemand privat(-rezeptiert) leisten. Und beim Schwarzmarkt hat die Kasse dann keinen Pfennig dazubezahlt….

      • Das ist mir durchaus bewusst.
        Aber kaufen müssen sie es vielfach doch.
        Solcherlei ‚Semi-Schwarzmarkt‘ habe ich bei Kontakten zu Ländern im Nahen Osten kennengelernt.
        Dort sind z.B. manche Tyrosinkinase-Inhibitoren entweder noch nicht zugelassen oder aus anderen Gründen schwer verfügbar.
        Die Ärzte verkaufen das dort oft selbst (ggf. mit deftigem Aufschlag) – ein Krankenkassensystem o.Ä. haben die meisten Länder dort ja nicht oder allenfalls für Staatsdiener/Militär.
        Alternative ist hier tatsächlich, einen Verwandten mit einem Rezept in den günstigsten Flieger zu setzen und das dann z.B. in Frankfurt ‚mal schnell‘ zu kaufen.

        Solche Extraaktionen kann man bei einer Tumorerkrankung natürlich super brauchen. 🙂

      • Ich habe selbst eine Bekannte, deren dringend benötigtes (eigentlich gar nicht SO teures) Zytostatikum 6 Monate nach ihrem Tod eine Zulassung in Deutschland erhielt. Dass es z.B. in Israel schon eien Zulassung für genau diese Tumorerkrankung hatte, störte die deutsche Krankenkasse nicht: Import nach AMG §73.3 ist ein Privatvergnügen. Es war für meine Bekannte aber rein finanziell nicht zu stemmen. Dass die Zulassung in Deutschland nur eine Zeitfrage war, wußte die Krankenkasse auch. Die Kasse hat auf Zeit gespielt und gewonnen – meine Bekannte hatte das Spiel verloren.

    • Andererseits – wenn ich sehe, dass da als ein „Stargast“ Prof. Gläske auftritt, weiß ich schon jetzt, wohin der Hase läuft. Der Mann ist GesundheitsÖKONOM! Ich habe noch nicht von einem Arzneimittel bei Prof Gläske gehört, welches auch nur halbwegs verträglich und billig genug war für eine sinnvolle Anwendung. Apothekenbashing ist bei Herrn Gläske Progamm, zumindest bei der deutschen einzelgeführten Apotheke.Denn diese waren bisher bei Herrn Gläske immer nur teuer und inkompetent. Ich weiß nicht, auf wessen Gehaltsliste(n) er steht, aber auf der eines Menschenfreundes sicher nicht…

      • Das er ein Lobbyist ist (wie sein SPD-Partner „Rote Fliege“ auch) war mir klar. Die Barmer-GEK hatte ich aber tatsächlich vergessen. Ich war die letzten Jahre sehr froh, nichts von seinen geistigen Absonderungen in der Laienpresse zu finden…

  4. Da 8 Firmen betroffen sind, könnte ich mir auch einen Qualitätsmangel bei der Herstellung des Wirkstoffes vorstellen.
    Das hatten wir auch schon mal bei J&J in den USA, das die FDA eine Fabrik aufgrund nicht GMP (zu deutsch: gute Herstellungspraxis) gerechtem arbeiten mal eben stillgelegt hat.
    Wenn der Wirkstoff dann nicht verfügbar ist, dann gibt es halt auch kein fertiges Produkt.

    Nicht das ich das toll finde, wir lassen auch ungern einen Patienten unversorgt und sehen zu, das wir Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um das Medikament irgendwoherzuzaubern.

    Diese Sparmassnahmen führen dazu,das Hersteller auch schon entschieden haben, ein Produkt ganz vom Markt zu nehmen, weil Sie einfach kein Geld mehr damit verdienen.
    Ganz dumm ist das im Fall von zum Beispiel Methotrexat, abgekürzt MTX, was man höherdosiert bei der Chemotherapie bei Krebspatienten einsetzt. Früher gab es mal eine Fabrik in den Niederlanden, die mehr als die Hälfte des deutschen Marktes versorgt hat. Das Spardiktat führte nun dazu, das die Produktion eingestellt wurde.
    Nun ist der einzige Hersteller die Firma medac aus Wedel, die sich auf die Produktion von Chemotherapeutika spezialisiert haben, allerdings sind die von den Kapazitäten einfach nicht in der Lage, den kompletten deutschen Markt zu versorgen.
    Auch das neue Gesetz, wonach der Hersteller in Deutschland nachweisen muss, das sein Medikament einen echten Zusatznutzen hat, führt langfristig dazu, das nicht mehr alle innovative Medikamente in Deutschland zur Verfügung stehen werden. Viele Hersteller werde sich dann nämlich überlegen, das Sie die Zulassung nicht in Deutschland beantragen werden.
    Natürlich halte ich nichts davon, das sogenannte „Me too“ Präparte auf den Markt kommen, die nur dazu dienen, dem Hersteller die Taschen zu füllen.
    Aber ich finde es halt auch nicht gut, das die Entscheidung, ob es etwas innovativ ist (und damit auch teuer ist, weil es die Forschungskosten wieder einspielen muss), von demjenigen mitbeurteilt wird, der es bezahlen soll.In diesem Fall ein Krankenkassenmitarbeiter.

    LG Boreal

    • Genau das wollte ich sagen: Ob der einzige verbliebene Hersteller in Timbuktu, Paris oder Dresden sitzt, ist völlig gleichgültig – wenn der ausfällt kostet es im Zweifelsfall Menschenleben.

      Und das nicht jedes Me-Too-Präparat ein solches ist, sieht man prima an Nebivolol. 10 Sytheseschritte mehr (und damit viel mehr Kosten) als Metorprolol – ein wesentlich besseres Nebenwirkungsspektrum bei reichlich Patienten – aber keinen „Zusatznutzen“. Weniger Nebenwirkungen sind logischer Weise ein Zusatznutzen.

      Und wenn der GBA jetzt die Bestandsmedikamente in die Klauen bekommt, können wir wirkstofftechnisch Deutschland bald dicht machen. Die letzen verbliebenen Wirkstoffe mit belegtem Nutzen: ASS, Metoprolol (ohne succinat) und Metformin. Mehr braucht man nicht, um Deutschland gesund zu erhalten… *kopfschüttel*

      • Etwas mehr als ASS, Metoprolol und Metformin braucht man schon. Die WHO hat dazu eine Liste herausgegeben: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_unentbehrlichen_Arzneimittel_der_Weltgesundheitsorganisation

        Das ist so quasi die Basisausstattung für Entwicklungsländer.

        Ein hochindustrialisiertes Land wie Deutschland sollte da drüber hinausgehen und beispielsweise auch Insulinanaloga bezahlen, die seit einigen Jahren nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt werden. Die Entscheidung sollte ein Arzt treffen und nicht die Krankenkasse.

        Es ist wirklich zu einfach, ein Wirkstoffanalogon einfach als „Me-Too“ zu qualifizieren und es dann nicht mehr zu bezahlen. Die Arzneivielfalt sollte so hoch wie nur möglich gehalten werden. Für Entwicklungsländer kann man sich gerne auf die oben verlinkte Liste beschränkten. Aber nicht in einem hochhochindustrialisierten Land wie Deutschland.

      • So recht Du hast – frag mal die deutschen kranken Kassen. Wirkstoffvielfalt? Braucht man nicht. Das führt nur zu Verwirrung bei Arzt und Patient. Hochindustrieland? Alle industrielle Produktion findet doch schon woanders statt. Gar ein Zusatznutzen? Das kostet nur Geld – und stört beim sozialverträglichem Ableben des Versicherten. All das schränkt nur die Gewinne… nein falsch… die Überschüsse der Kassen ein. Und das ist doch die wahre Krankheit.

        Es ist zum weinen.

    • Ja, GxP ist ein gutes Stichwort. Man liest ja immer mal wieder von falsch gelaufenen Studien. Das wird bei dem Sparwahn sicher nicht besser werden. Da macht sich aber auch keiner Gedanken drum.

      • Oh doch! Man betrachte sich die dramatischen Grippe-Impfstoff-Exklusivrabattverträge. Da hat man sich bei den kranken Kassen sehr viele Gedanken drum gemacht – und ist zum Schluss gekommen: Alles prima gelaufen. Machen wir wieder!

        So blöd sind die, die über unsere Gesundheit entscheiden!

      • Ja und? Meist Du, ich hatte letzte Saison noch Impfstoff für Privatversicherte? Grippe-Impfstoff war AUSVERKAUFT. Nitschewo, nada, zero. Was haben mich Privatrezeptbesitzer dumm angeschaut, als ich mit den Schultern zuckend gemeint habe: „Viel Glück bei der weiteren Suche – bei mir werden Sie leider nicht fündig.“ Na, der Bundestag wird ja meines Wissens im Zweifelsfall über die Bundeswehrapotheke mit Standort im Bundeswehrkrankenhaus Berlin vesorgt, und die haben ja ihr Extra-Kontingent (für das die BW wesentlich mehr bezahlt pro Impfdosis als 8,00 €). Jaja, gleich, gleicher, Bundestag.

  5. „Sparen! Koste es was es wolle.“
    Ist zwar ein blöder Spruch, aber allgegenwärtig. Leider.

    Danke für diesen Blog. Komme aus einer ganz anderen Branche und finde diese Einblicke sehr wertvoll und interessant.

    • Wenn Ausverkauft, dann nützt das Privatrezept auch nichts, schon klar.
      Aber die GKV Spielereien, wie Firmenaustausch und sowas, das fällt alles weg.

      Daher freue ich mich besonders, das die Entscheidungen, die die GKV betreffen, und somit der Umgang mit GKV Versicherten, samt und sonders von Privat Versicherten getroffen werden.

      Die tangiert der ganze Schei….. nicht.

      Mein Mann hat sich gerade selbstständig gemacht, er ist freiwillig bei der TK geblieben.
      1. Stichwort: Solidargemeinschaft
      2. Stichwort, Krankenkassenbeiträge speziell bei den Privaten im Rentenalter.
      Wir hatten schon häufiger mal Privatpatienten, wo mehr als die Hälfte der Rente in die private Krankenversicherung ging.

      Die Ärzte bei uns in der Umgebung haben Impfstoffe aus dem Sprechstundenbedarf bei den Privaten benutzt.
      Sie haben bei uns in der Apo den Impfstoff bezahlt und anschliessend wurde durch uns der Impfstoff an die Arztpraxis nachgeliefert.
      Dafür hatten wir extra Impftoff geordert.
      Problematisch wurde es, als der Exklusivpartner leer war und wir nur noch „generischen“ nachbekommen hatten.
      Stichwort, was berechne ich denn nun?

      Ich habe ganz schön viel rumtelefoniert, um 1. die Freigabe der falschen Firma bei der AOK für den Sprechstundenbedarf zu bekommen und 2. um den Impfstoff nachzuordern.
      Wir haben zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten die Lieferbarkeit beim GH und direkt bei den Firmen abgefragt und immer sofort geordert, wenn was verfügbar war, so hatten wir zu 95% der Saison auch immer was da.

      • WIr hatten so viel da, wie wir vermuteten (1 jahr vorher) zu brauchen. Nachbekommen haben wir per GH fast gar nichts. Insofern war es irgendwann einfach „alle“. Pech für die, die drigend was brauchten. Aber so funktioniert Marktwirtschaft – was ich nicht ranbekommen, kann ich auch nicht verkaufen…

  6. Meine Tochter (4 Jahre) war Ende April von der Nichtlieferbarkeit des Cefuroxim-Trockensaftes betroffen. Suche nach Informationen im Netz brachten außer Deinem Blogbeitrag nicht viel zu Tage, und auch die Apotheker, die ich abgeklappert und interviewt habe, waren völlig uninformiert. Schulterzucken, nicht lieferbar, in einer Apotheke am anderen Ende der Stadt hatte ich dann Glück, dort hieß es, die Firma Aristo Pharma aus Berlin könne liefern. Dort anzurufen und nachzufragen war erfolglos, es ging keiner ran (und ich habe es leider nur einen Vormittag lang probiert). Es geht wohl nun die Parole an die Kinderärzte, den Saft nicht mehr zu verschreiben. Aber kann das denn eine Lösung sein? Wenn Du dranbleiben könntest und vielleicht doch noch was rausfinden, wäre das eine echte Hilfe.

    • Gemäß meinen Informationen kann zur Zeit keine Herstellerfirma liefern. Eventuell har irgendeine Apotheke noch Restbestände – das war es dann aber auch. Meinen letzten Einkauf konnte ich Mitte März schaffen – diese Flasche ist natürlich auch schon lange raus – und Hamstereinkäufe habe ich natürlich auch nicht betrieben bei einem Produkt, was nur sehr selten (im Verhältnis) verordnet wird.
      Dass die Firmen mir der Wahrheit nicht rüberkommen ist Marketing. Warum sollten sie sich auch den Ruf versauen? Aber ich brauche bei den einzelnen Herstellern nicht wirklich anzurufen – meine Lebenserfahrung sagt mir, dass das verlorene Telefongebühren sind.
      Schuldig dürfte letzthin der Preisdruck der krankenKassen sein. Und im Zweifelsfall die Politik (der EU) – siehe meinen heutigen Artikel. Keine eigene Wirkstoffproduktion – Abhängigkeit von der Lieferfähigkeit und dem Preis einer anderen Wirkstoffherstellerfirma – unbekannte Rabattversprechen an die krankenKassen – alles kaum kalkulierbare Faktoren. Das ändert nichts am Problem, erklärt es aber hinreichend.
      Dass die Kinderärzte den Saft nicht mehr verordnen, ist einfach nur pragmatisch. Was sollen die Apotheken auch sonst machen, als den kleinen Patienten samt Rezept wieder zur Praxis zurückzuschicken? Herzaubern – so gern ich wollen würde – kann ich den Cefuroxim-Saft leider nicht.

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