Webfundstück – Vaginastab

Ebay ist ja bekanntlich ein Hort des königlichen Amüsements, und wenn man die erstaunlichsten Produkte sucht, wird man beim Auktions-Panoptikum fündig. Normalerweise grinse ich da ein wenig, schüttel den Kopf und vergesse das ganze. Aber was ich neulich gefunden habe, läßt mich doch erstaunt zurück – in pharmazeutischer wie in grammatikalischer Hinsicht. Speziell geht es mir um diese (bereits beendete) Auktion, die mich so verblüfft, aber vielleicht bin ich ja auch nur zu dumm und vernagelt, um das ganze zu verstehen…

Vorweg ein Hinweis: Scheidentrockenheit ist eine bekannte Nebenwirkung einiger Arzneimittel und Therapieverfahren, und kann auch in Zusammenhang mit bestimmten Erkrankungen oder auch mit physiologischen, z.B. hormonellen, oder psychologischen Veränderungen auftreten. Scheidentrockenheit ist für die betroffenen Frauen meist alles andere als angenehm, und geht oft genug mit Juckreiz, Brennen, Anfälligkeit für Infektionen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr einher. Scheidentrockenheit läßt sich zu einem gewissen Umfang durchaus selbst behandeln, ansonsten sollte ein Arzt des Vertrauens da zu Rate gezogen werden. Eine kleine Übersicht zu diesem Problem findet sich hier. [Hinweis Ende]

ebay1Hier ist ein Screenshot der Auktion. Zum vergrößern anklicken. Die Datei hat ca. 0,7MB 

Der Verkäufer, eine Privatperson, lebt angeblich in Österreich, handelt als Privatperson und versendet aus einer Großstadt in Deutschland. Diese Informationen sind in der späteren Betrachtung noch wichtig, aus datenschutzrechtlichen Gründen werde ich den Namen jedoch auf meinem Screenshot unkenntlich machen.

Aber betrachten wir mal den Angebotstext näher. Das geht schon mal gut los:

„Entdecken Sie Das Geheimnis orientalischer Frauen Welche Frau möchte das nicht?“
Hier erkennt man schon – der gemeine Punkt, sonst als Satzabschlusszeichen gern genommen, hat wahrscheinlich den Gesichtsausdruck des Verkäufers gesehen und vorsichtshalber das Weite gesucht. Seinen Kumpel „korrekte Groß- und Kleinschreibung“ hat er vielleicht gleich bei der Hand genommen, und seit dem sind die beiden unbekannt verzogen. Aber auch die „Orthographie“ hat sich ein wenig später den Flüchtenden angeschlossen, und alle drei beantragen wahrscheinlich gerade Asyl in einem Land, welches nicht so grausam mit armen wehrlosen Buchstabenzusammensetzungen umgeht.

 „Was Frauen im Orient seit Jahrhunderten anwenden um ihre vitale Sexualität zu erhalten, ist nun auch bei uns erhältlich !“
Na das ist ja gut für uns! Aber moment mal – der Begriff des Orients ist sehr unterschiedlich definiert, je nach Zeitraum und in politischer bzw. religiöser Ausrichtung. Blöder Weise fällt nun in diesen Orient-Begriff auch das Hauptverbreitungsgebiet der weiblichen Genitalverstümmelung. Und – man strafe mich meiner Unwissenheit – eine auf solche Weise verstümmelte Frau hat sicherlich einiges, aber keine „vitale Sexualität“. Anbei: Gegen Genitalverstümmelungen kann man gar nicht genug vorgehen!

Der Madura Kräuterstab verwendet die innovative Technologie.“
Und welche innovative Technologie ist das? Wird der auf den nackten Oberschenkeln von unentjungferten Jungfrauen handgerollt, wie es ja angeblich die besten kubanischen Zigarren werden? Vielleicht erinnert mich das Teil ja deshalb an eine chlorgebleichte Zigarre mit gold-weißer Banderole. Zu blöd für die armen Jungfrauen, das ihnen die Anwendung etwas weiter unten im Text strikt untersagt wird, da es dabei zu nicht näher spezifizierten da nicht vorhandenen Nebenwirkungen kommen kann.

„Jedes Produkt wird eigenhändig gebildet.“
Ah ja. Nein, ich mag mir diese Hände lieber nicht vorstellen – und den Produktionsprozess auch nicht.

„Der ganze Aufbau des Madura Stabs ist reinste Natürlich und keine Nebenwirkungen.“
Diesen Satz muss man erst einmal sacken lassen. Der Aufbau ist reinste Natürlich – soll das meinen, das Ding ist „rein pflanzlich“? Dann wäre er also für Vegetarierinnen geeignet, die sich nichts fleischliches in ihren Körper einführen wollen? Was mich wiederum zu der Frage führt, was dazu wohl die Lebensgefährten dieser Frauen sagen wollen… Aber ich schweife ab. Weil reinste Natürlich hat das Teil logischerweise keine Nebenwirkungen. Ah ja. Nebenwirkungen deuten ja auf ein Arzneimittel, und da wirds spannend mit dem Arzneimittelrecht. Aber das behandele ich separat zum Schluss. Unabhängig davon finde ich die Assoziation „natürlich = gut; chemisch = böse“ immer besonders lustig. So ist das stärkste bekannte Gift, das Botulinumtoxin, so ca. 20.000x stärker wirksam als alles, was man bisher vollsynthetisch zusammengeschustert bekommen hat. Aber schon mit bloßem Leitungswasser kann man sich hervorragend vergiften, wenn man es nur übertreibt. Hyperhydration nennt sich das, und es klappt auch mit Brunnenwasser, für diejenigen, die meinen, das ganze läge ja nur am großindustriell aufbereitetem Trinkwasser. Gehen wir mal weiter im locker-fluffigen Anzeigen-Text:

„Tradizionelle Patentierte Medizin“
Nun wird es richtig lustig. Ein Patent ist ein hoheitlich erteiltes gewerbliches Schutzrecht für eine Erfindung, welches nur erteilt wird, wenn diese Erfindung auch eine Innovation darstellt. Eine Entwicklung, die keine Innovation birgt und dem „Stand des allgemeinen Wissens“ entspricht, ist gemeinhin nicht patentwürdig. Und daher ist „traditionell“ und „Erfindung“ ungefähr so zu betrachten wie Feuer und Wasser. Ich vermute mal, dass hier Anleihen an der „traditionellen chinesischen Medizin“ – zumindest im Wortlaut – gesucht wurden.

„Der Madura Kräuerstab endhält die Traditionellen reinsten pharmazeutuschen Qualitätskräuter“
Dass auch die reinsten Kräuter endlich sind, ist mir bekannt. Aber wieso sind die traditionell rein? Sind die seit jahrhunderten mit Lotospflanzen gekreuzt, damit sie keinen Dreck anzusetzen? Und was zum QualitätsManagementSystem sind „Qualitätskräuter“? Fragen über Fragen, und die Anzeige gibt keine Antworten…

Also die Produktbeschreibungen – ja, das scheinen mehrere zu sein – lasse ich jetzt mal unkommentiert, davon abgesehen, dass ich mich an eine Mischung aus „Shades of Grey“ und „Lolita“ erinnert fühle, aber das könnte auch ein rein persönlicher Eindruck sein. Unanhängig davon wundert es mich, dass das rein pflanzlich-natürliche Kräutergebimsel plötzlich ein Gel ist. Erstaunlich, den unter einem Gel verstehe ich gewöhnlich ein feindisperses System aus mindestens jeweils einer festen und einer flüssigen/gasförmigen Phase, wobei die feste Phase ein dreidimensioneles Netzwerk bildet, welches zur Stabilität des Gels zwingend erforderlich ist.

Kommen wir also zur Gebrauchsinformation. Schon bei Punkt 1 wird mir ganz anders:
„…stellen Sie sicher, dass die Vagina Sauber und trocken ist.
Ich habe wirklich keine Ahnung, was ein Motorsport-Team mit einer Vagina zu tun haben soll, aber der Zustand von Schleimhäuten, und damit sollte die durchschnittliche Vagina ausgekleidet sein, wird gewöhnlich nach „verletzungsfrei“, „gut durchblutet“, „infektionsfrei“ und auch „feucht“ beurteilt. Nein, eine Frau, die über eine „komplett trockene Vagina“ klagt, würde ich persönlich dringend an einen Gynäkologen verweisen. Aber vielleicht reite ich ja auch auf (un)verfänglichen Missverständnissen meinerseits umher, sagt doch Punkt 2:
„… für maximal 1-2 Minuten … Ganz Wichtig: bitte halten sie die angegebene Zeit ein.“
Also wenn das Teil keine Nebenwirkungen hat, wieso hat es dann so ein daramtisch wichtiges Zeit-Management bei der Anwendung? Aber auch Punkt 3 läßt mich verwundert zurück:
„Nach der Anwendung den Stab unter fließenden Wasser gründlich ausspühlen, verwenden sie hierzu keine Reinigungsmittel.“
Also einerseits wundert es mich, dass man ein Produkt, welches mit Schleimhautsekreten in Berührung kommt, nicht mit Reinigungsmitteln säubern darf, denn wenn es an sich nicht antibakterielle Eigenschaften hat, erstellt man hier einen wunderbaren Nährboden für Mikroorganismen aller Art, und bei mehrfachem Gebrauch läßt die nächste Vaginalinfektion auf sich warten. Insbesondere dann, wenn dieses Teil in irgend einer Weise mit Kräutern gefüllt ist, die nach mehrfachem durchfeuchten und trocknen wahrscheinlich zu schimmeln anfangen werden. Andererseits scheint das Teil auch noch hohl zu sein, denn wie sollte man es sonst ausspülen? Doch schon ereilt uns Punkt 4:
„Lassen Sie den … Stab … trocknen…“
Na, dann kann es kein Gel sein, zumindest keines auf Wasserbasis – ein sogenanntes Hydrogel. Denn wenn ein Hydrogel austrocknet, ist es gemeinhin hin, kaputt, im Eimer, nicht mehr zu gebrauchen. Aber was solls, denn schon winkt uns Punkt 5 mit der Information:
Achten Sie bitte darauf dass der Stab zerbrechlich ist…“
Äh, das ist ein zerbrechliches Teil, und Frauen sollen sich das in die Vagina (tief?) einführen? Na, hoffentlich hat der kompetente Gynäkologe der eigenen Wahl schon mal seine Instrumente angewärmt, damit die Entfernung abgebröselter Fragmente nicht so unangenehm ist. Schön finde ich aber auch den Hinweis:
„Durch Gebrauch und anschließende Reinigung verringert sich der Umfang.“
Physikalisch und physiko-chemisch wäre es ja logisch, dass sich auch die Länge verringert, wenn sich der Umfang verringert. Aber wir alle wissen ja: Auf die Größe kommt es nicht an! 😉 Doch es gibt sogar noch einen Sicherheitshinweis in rot:
„ACHTUNG! Nicht anwenden wenn bereits zu Trocken, bei bekannten Infektionskrankheiten, während der Periode oder Schwangerschaft.“
Aha. Nun sind wir schlauer! Nach Anwendung trocknen – nicht mehr anwenden, wenn zu trocken! Oder meint der Verkäufer, dass man das Teil nicht verwenden sollte, wenn man bereits unter Scheidentrockenheit leidet? Genauso wenig zielführend ist das Benutzungsverbot „bei bekannten Infektionskrankheiten“ (also wenn man z.B. einen Schnupfen oder eine nekrotische Fußverletzung hat) und „während der Periode“ (also wenn man gerade 10 durch 3 teilt).

Und wer sollte das Ding nun benutzen? Ich fühle mich wieder an verschiedene diskussionswürdige Literatur erinnert.

Spannend wird es hingegen bei den Nebenwirkungen: Weiter oben stand doch, dass keine Nebenwirkungen bekannt sind, und das wird wiederholt. Aber es heißt zusätzlich, dass Allergische Reaktionen offensichtlich möglich seien, wenn man auf die Inhaltsstoffe allergisch reagiert. Bloß dass ich nirgends eine Inhaltsstoffangabe entdecke. Und damit ist auch klar, dass allergische Reaktionen keine Nebenwirkungen sind. Man lernt jeden Tag etwas neues. Außerdem möge man den Arzt oder Apotheker befragen. Ganz ehrlich? Ich kenne das Teil nicht, ich weiß nicht, woraus es gemacht ist, ich kapiere nicht ansatzweise, wie es wirken soll – und deshalb kann ich nur von der Anwendung abraten! Soviel zur Meinung des Apothekers.

Aber auch die Kurzbeschreibung ist auszugsweise lesenswert:
„Ziel ist es, mehr Freude am Sex, enger und trockener…“
Lieber Hersteller und Vertreiber dieses Dings, ich kann hier nur für mich und meine nicht aussagekräftige Einzellebenserfahrung sprechen, aber eines kann ich versichern. Sexueller Verkehr mit einer Frau, die unter akuter Scheidentrockenheit leidet, ist nicht unbedingt ein Vergnügen, weder für die Frau noch für den Mann. Nicht umsonst sind unterschiedlichste Gleitmittel und Intim-Pflegemittel entwickelt und erfunden worden, um gerade bei diesem Problem Abhilfe zu schaffen. Die einzig Sinn ergebende Möglichkeit dieses Wunsches ist für mich, wenn zwei masochistisch veranlagte Menschen sich auf diese Weise mal so richtig ausleben wollen. Aber irgendwie bezweifel ich, dass diese Konstellation so wahnsinnig häufig in der Bevölkerung vorkommt.

Zum Absatz der Tongkat Madura Geschichte fallen mir tatsächlich noch einige Anmerkungen ein:

  • Der Hinweis, dass das ganze schon seit Jahrhunderten betrieben wird, ist wenig zielführend. Denn auch andere Dinge, die seit Jahrhunderten betrieben wurden, haben sich in der Zwischenzeit als nicht optimal herausgestellt. Hier sei mal das Schlagen der Kinder zu Erziehungszwecken genannt, Folter zur Erkenntnisgewinnung oder die Todesstrafe auf eine möglichst grausame Art wie z.B. verbrennen oder vierteilen. Alles Dinge, die seit Jahrhunderten betrieben, jetzt aber glücklicherweise (größtenteils) abgeschafft wurden.
  • Seifen sollten möglichst gar nicht zur Intimpflege verwendet werden. Hier bieten sich seifenfreie Systeme an, deren waschaktive Substanzen meist quartäre Ammoniumverbindungen (oder auch „Quads“, aber nicht die Motorfahrzeuge) sind. Diese gibt es dann durchaus auch abgestimmt auf den pH-Wert der Vaginalschleimhaut, welcher sich mit Eintritt in die Menopause gerne mal ändert.
  • Eine Inhaltsstoffangabe, die nur aus „verschiedene Wurzelextrakte, Rinden Blüten, Pflanzenextrakte“ besteht ist so nützlich wie ein Kropf, und gemäß diverser deutscher, österreichischer und europäischer Arzneimittel- und auch Kosmetikgesetze verboten.
  • Die „Jamulehre“ von „heiß und kalt“ ist so überholt wie das Elemente-System, welches sich aus „Luft, Wasser, Erde und Feuer“ zusammensetzt.

Die Anderen Methoden der vaginalen Verschärfung schneiden offensichtlich nicht gut ab. Einer OP sollte sicherlich ein ausführliches Nutzen-Risiko-Gespräch vorweg gehen. Und der Hinweis, dass kein Arzt garantieren könne, dass das gewünsche Behandlungsergebnis eintritt, verwundert mich sehr. Denn schließlich kann der werte Anbieter auch nicht garantieren, dass das gewünschte Ergebnis der „verbesserten Scheidentrockenheit“ eintritt. Und Beckenbodentrainig ist – wie jedes andere Training auch – natürlich übungsintensiv. Deswegen heißt so etwas ja auch Training und Übung.

Doch das allerbeste an dem Angebot ist der nachfolgende Absatz, der von einem chinesischen Wanderarbeiter mit einem polnischen Wörterbauch aus einer spanischen Kopie rückübersetz anmutet – TONGKAT MADURA AJIMAT WIRKSAMKEIT > VORTEILE VON TONGKAT MADURA. Hier mal ein paar Auszüge samt meines Kommentars:
Tongkat Madura ist ein pflanzliches Arzneimittel, […] Madura Stick Usability ist es, den Bereich der Weiblichkeit zu reinigen und auch zu behandeln weiß.
Soso, der Verkäufer scheint zu wissen, dass er mit einem Arzneimittel handelt, und gibt sogar Behandlungshinweise. Interessant.
Madura Stick Funktionen sind dabei die Genitalien einer Frau rauh und unangenehm so eine harmonische eheliche Beziehung wird.“
Das raue und unangenehme Genitalien bei der Frau zu mehr Harmonie in der Beziehung führen, ist mir tatsächlich völlig neu. Ich persöhnlich betrachte eine rauhe und schmerzende Vaginalschleimhaut weiterhin als potentiell behandlungsbedürftig und verweise an den Gynäkologen des Vertrauens.
„…
weil der Stick wird traditionell von Madura und hygienischem so wird es nicht geben…“
Ein hygienischen Produkt aus dieser „Pflegeserie“ wird es nicht geben? Ich habe es ja fast vermutet, aber besten Dank für diese Klarstellung.
„…um den Geruch von Weiblichkeit zu vermeiden ist nicht gut…“
Also wirklich. Das hört sich ja nun sehr hygienisch an. Und nein, ich will hier nichts gegen den „Eigengeruch“ des Vaginalsekrets sagen, auch wenn es Menschen geben soll, die ihn weniger angenehm empfinden. Aber das ganze liest sich für mich wie „Wasch Dich nicht, dann ist es besonders gut!“ – und ganz ehrlich? Bäh!
Madura Stick-Effekt kann anziehen Scheidenwand Abschnitt so eng, und in der Lage, um die Zufriedenheit beim Geschlechtsverkehr geben. Tongkat Madura Gefahr, wenn sie von Frauen, die noch Jungfrau (Jungfrau) und ist auch gefährlich für schwangere Frauen verwendet werden, weil das Risiko von solchen Prozessen zu vermeiden, während der Geburt oder den Geburtskanal Öffnung.“ 
Das ganze hört sich für mich nach einem eingearbeiteten Wirkstoff an, der den Muskeltonus die Scheidenwand erhöht. Eine bessere Definition für ein (verschreibungspflichtiges) Arzneimittel fällt mir kaum noch ein. Und wie war das mit der völligen Nebenwirkungs-Abwesenheit doch gleich? Davon abgesehen will ich mal feststellen, dass durch die gut durchblutete Vaginalschleimheut so ein Wirkstoff auch sehr leicht in die Blutbahn aufgenommen werden könnte, und dann den Muskeltonus auch an anderen Körperstellen erhöhen würde. Ein besonders liebreizender Gedanke für Patienten, die bereits mit Spasmen, Asthmaanfällen, Herzrhythmusproblemen oder ähnlichem zu kämpfen haben.
Wirksamkeit Stick ajimat Madura Madura fast gleich mit dem Knüppel, nur verschiedene Begriffe nur.“
Ähm – nein, ich werde Frauen keine Knüppel in die Scheide einführen, ich werde sie nicht dazu auffordern, und ich werde jeder Frau auch von solchen Versuchen abraten. Und wer solche Vorlieben hegt, möge mich bitte mit dem Wissen darum verschonen.
“ …
wird es ohne Zweifel Stick madura Wirksamkeit kann Schleim zu reduzieren und zu vermeiden, den Geruch aus dem Bereich der Weiblichkeit / Vagina.“ 
Na was denn nun – Geruch ja oder nein? Und ich wiederhole meine These: Trockene Scheide = Schmerzen beim Intimverkehr. Eventuell könnte diese Wirkung ein Hinweis auf ein Sympatholytikum sein. Um so schlimmer, da diese Wirkstoffe – unvoreingenommen angewendet, ein erhebliches Gesundheitsgefährdungspotential bergen.
„Es kann auch eine übermäßige Juckreiz in der Gebärmutter.“
Also erst einmal – Liebe mitlesende Frauen, klärt mich bitte auf! – kann es in der Gebärmutter jucken? Davon höre ich heute zum ersten Mal. Ich unterstelle einfach mal, hiermit ist die Vaginalschleimhaut gemeint. Trotzdem läßt dieser Satz offen, ob das Teil den Juckreiz auslösen kann (Definitiv eine Nebenwirkung) oder diesen Juckreiz lindern kann (Heilversprechen im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes).
Der Beweis madura Stick hat zu vielen Ländern in Südostasien, Ostasien exportiert worden und sogar auf die Saudi-Arabien exportiert.“
Das hat so viel mit einem Beweis zu tun wie die Folter mit der Wahrheitsfeststellung. Schließlich wird gepulvertes Nashorn-Horn immer noch als Potenzmittel nach Ostasien verschoben, und die Nachfrage ist angeblichg riesig. Das ist aber noch lange kein Beweis dafür, dass das arme Nashorn seines Lebens nicht völlig umsonst beraubt wurde. Für so etwas braucht es nämlich entweder eine Doppelblindstudie – oder (im Falle des Nashorns) einfach den gesunden Menschenverstand, der einem sagt: Wenn ich nicht potenter durch das beknabbern meiner Fingernägel werde, warum sollte dann dieser Effekt beim beknabbern eines Nashorn-Horns, welches aus dem selben Material wie meine Fingernägel gewachsen ist, eintreten?
„Vorteile ajimat madura Stick besteht kein Zweifel, zusätzlich zu Fürsorge für das Gebiet der Weiblichkeit können auch eine harmonische eheliche Beziehung, geeignet für eine Frau, die ihren Mann glücklich in Bezug auf Sex will.“
Ja, eine gesunde Intimhygiene und eine harmonische eheliche Beziehung sind Garanten für befriedigenden Sex. Oder so. Das mag ja auf eine gewisse Teilmeng der Menschen zutreffen, andere Bevölkerungsschichten finden halt Sex besonders befriedigend, wenn er schmutzig und außerehelich ausgelebt wird. Jeder Jeck ist anders… Vielleicht äußert sich ein Sexualtherapeut mal zu diesem Satz.
„Mit der Vagina sauber, fest und nicht schleimig wird enorme Befriedigung beim Geschlechtsverkehr bieten.“
Und zum wiederholtem Mal: Eine trockene Scheide ist kein Garant für guten, aber im Zweifelsfall für schmerzhaften Intimverkehr.

So, und nun kommen wir mal zu den rechtlichen Anmerkungen.

Vorweg sei gesagt, ich bin kein Jurist, deswegen ist das hier auch keine juristische Beratung, und ich gebe hier nur meine persönliche Sicht der Dinge wider. Wen es genauer interessiert, wende sich zu aller Menschen Vorteil an einen Juristen mit aktuell gültiger Lizenz zur Rechtsberatung. Der Verkäufer sagt selber, er säße in Österreich, und da ich die österreichischen Gesetze nicht genau kenne, beziehe ich mich im Zweifelsfall mal auf die deutschen. Das ist aber auch kein Problem, da sich der Artikelstandort in einer deutschen Großstadt befinden soll.

Der Verkäufer erklärt in seiner Artikelbeschreibung, dass es sich um ein Arzneimittel handelt. Dieses sei geeignet, den Muskeltonus des Vaginaltrakts zu erhöhen sowie die Produktion des Vaginalsekrets zu vermindern. Unabhängig von der Eigenaussage des Arzneimittels ergibt sich durch das AMG §2 Absatz 1 Satz 2a, dass Arzneimittel Stoffe oder Zubereitungen aus Stoffen sind, die im oder am menschlichen oder tierischen Körper angewendet oder einem Menschen oder einem Tier verabreicht werden können, um die physiologischen Funktionen durch eine pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkung wiederherzustellen, zu korrigieren oder zu beeinflussen. Ich konnte nirgendwo erkennen, dass dieses Arzneimittel eine nationale (österreichische), europäische oder auch internationale Zulassung als Fertigarzneimittel besitzt. Im Angebot wird auch weder eine Zulassungs- noch eine Registrierungsnummer erwähnt. Damit macht sich der Verkäufer des Inverkehrbringens eines bedenklichen Arzneimittels (AMG §5) schuldig.

Da der Privatverkäufer per Definition keine Apotheke ist, macht er sich des weiteren des „illegalen Inverkehrsbringens von Arzneimitteln“ schuldig. Das ganze findet sich zwischen den §§ 43-53 AMG „Abgabe von Arzneimitteln“. Eventuell fällt er als Importeur (sprich als Hersteller) aber auch unter die §§ 13-20 AMG.

In Österreich ist der Versand von Arzneimitteln wesentlich strikter geregelt als in Deutschland. Ich vermute schwer, dass der Verkäufer sich auch hier der Verstöße gegen diverste Gesetze zum Arzneimittelversand schuldig macht.

Auch der Käufer und Nutzer so eines Dingens begibt sich in eine missliche Lage, sollte er (bzw. sie) unter den nicht vorhandenen Nebenwirkungen leiden. Denn da der Importeur/Hersteller vermutlich keine Berufshaftpflichtversicherung hat, und sich die Privathaftpflichtversicherung jeglicher Leistung entziehen wird, da man davon ausgehen kann, dass der Verkäufer vorsätzlich gehandelt hat (schließlich hat er das ganze als „Arzneimittel“ betitelt), wird von dieser Seite keine Entschädigung zu erwarten sein.

Aber auch der Privat-Status des Verkäufers ist anzuzweifeln. Hat er doch offensichtlich bereits mehrfach solche Dinge verkauft. Ein Arzneimittel wiederholt – auch im monatlichen Abstand – in Verkehr zu bringen, ist zumindest für mich gewerbliches Handeln. Außerdem dürfte sich in so einem Fall auch das Finanzamt und die Gewerbeaufsicht für so einen Betrieb interessieren. Nachtrag: Wie mir erst bei der Bearbeitung des Screenshots aufgefallen ist, hat der Verkäufer tatsächlich mehrere von den Dingern gleichzeitig im Angebot. Wenn das kein Hinweis auf gewerbliches Handeln ist – davon abgesehen, dass man so etwas natürlich nicht gebraucht verkaufen sollte – habe ich keinen Plan mehr, wie man solches Handeln (im doppelten Sinne) auslegt.

Zusammenfasstung: Der Apotheker rät aus unterschiedlichen Gründen, sowohl die Finger als auch diverse Körperöffnungen von diesem Produkt fernzuhalten.

Und hier geht’s weiter mit dem Schwachsinn!

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18 Gedanken zu „Webfundstück – Vaginastab

  1. Nein, nein, nein, ich mache keinen Betatester – das klingt ungesund… *eek*

    Aber ernsthaft, ich kann mir diesen kranken Gedankengang vorstellen: Frau eng und trocken –> es geht schwer für den Mann einzudringen, er kommt sich vor wie bei einem „unberührten, jungen Mädchen“ (egal ob es der Frau immense Schmerzen zufügt oder nicht), das er sich – mehr oder weniger gewaltsam – sozusagen unterjocht, und ist das nicht das, was jeder Mann immer will? *hust* Und somit ist der Sex sehr erfüllend und bereichernd – eventuell zumindest für den Mann…

    So, jetzt hör ich auf, sonst wird mir schlecht. 😦

    • Nein, das will nicht jeder Mann. Ich will das mal so ausdrücken: Meine feste Beziehung hatte auch schon (geringfügig) mit Scheidentrockenheit zu kämpfen. Und nein, ich persönlich empfinde das Eindringen dann nicht als das, was man landläufig „angenehm“ nennt. Und sicher kann man dann mit passenden Zubehör die Sache zurechtbiegen. Aber diesen Zustand auch noch herbei-pharmakologisieren? Besten Dank, aber: Nein danke! Und ich gebe offen zu, ich kann nicht nachvollziehen, wie man(n) diesem Schmerz zusätzliche Lust abgewinnen kann. Aber ich stehe nun mal nicht auf Gewalt & Schmerzen – weder gegen mich noch gegen andere…

      • Ähm, ich habe vermutlich die Sarkasmus-Tags vergessen. Natürlich bin ich mir selbst als Frau sicher, dass das NICHT jeder (oder überhaupt ein) Mann will.
        Daher stimme ich dir uneingeschränkt zu.

      • Ich habe, weil ich leider nicht mehr komplett an das Gute im Menschen glaube, unterstellt, dass das ganze vielleicht nicht jeder Mann will, aber das es vielleicht einige wenige gibt, die das tatsächlich gut finden. Darauf bezog sich meine Antwort.

    • War auch mein Gedanke: eng und trocken, also wie eine vergewaltigte Jungfrau. Gruselig. Wobei er mit „eng“ vermutlich schon die ein oder andere überzeugt hätte, aber trocken?! Das ist ja wirklich ungemein anregend fürs Liebesleben wenn frau nach dem Sex erstmal 3 Tage schmerzen hat (vielleicht juckt ja dann auch die Gebärmutter…)

  2. dieser Verkäufer geht halt nach dem Motto: „Jeden Tag steht mindestens ein Blöder auf“
    Ist auch interessant zu sehen, welchen Geistes Kinder so was kaufen: (Verkäuferbewertung) Es wirk so schnell in sekunden sogar bin sehr zu frieden…

    Und für ca. 30 T€ kriegt man schon einige viele sterile Tampons, die einer „Überfeuchtung“ kurzfristig sicher auch Abhilfe schaffen können. (Mir stellte sich dieses „Problem“ auch noch nicht…)
    Aber perfekt analysiert!

    • Danke für die Blumen. Ob ich der Käuferin (diese Bewertung hatte ich auch schon gesehen, aber ich bin nicht darauf eingegangen), die die sekundenschnelle Wirkung attestiert, wohl auch 100m WLan-Kabel verkaufen könnte? Mein zertifiziertes WLan-Kabel leitet die Daten garantiert viel schneller als WLan ganz ohne Kabel… 😀

  3. das 100-m W-LAN Kabel nimmt die mit Handkuss – und des Kaisers neue Kleider gleich dazu… *ggg* (Woher weißt Du, dass es sich hier um eine Dame handelt? Kann ja auch der Herr bestellt haben und DIESER so „zu frieden“ sein.)

  4. Sehr erheiternd und erhellend 😉 Danke.

    Übrigens:
    In einer anderen Auktion des Anbieters steht eine andere Produktbeschreibung (besseres Deutsch, Wirkungsweise zielt gerade auch auf die Aufrechterhaltung der Feuchtigkeit, sogar mit etwas genaueren Angaben der Inhaltsstoffe).

    Und der Stab ist nun auch äußerlich anwendbar 😉

    http://www.ebay.de/itm/Tongkat-Ajimat-Madura-Zur-Verengung-der-Vagina-Vaginastab/290948031757?ssPageName=WDVW&rd=1&ih=019&category=82615&cmd=ViewItem

    • Danke für den Hinweis. Wenn ich ein Teil dieses (neuen) Machwerks lese, sehe ich mein Studium auch in einem ganz neuen Licht. Ich überlege mir, das mal bei Gelegenheit genauer zu betrachten – und meine Ergebnisse hier zu schildern…

  5. Es hat Kräuter drin?

    Passend für mein Weidekörbchen mit der Beschriftung „Alle Gewürze der Welt gehören turtle of doom“. 🙂

  6. Wahnsinnige Gedanken wachsen in meinem Hirn heran… mich würde z.B. interessieren, welche Kräutermischung dort verwendet wird und ob man diese auch zum Würzen von diversen Speisen verwenden könnte… aber nur anstatt!!! Nicht in Kombination *schauder*

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