Vagina(l)stab – die Zweite

Hier hatte ich mich ja bereits über ein hoch interessantes Spielzeug Körperpflegeprodukt Arzneimittel ausgelassen, welches ohne jede Zulassung von einem (angeblich) österreichischen Bürger aus einer Großstadt Deutschlands vertickt versendet wird. Nun wurde ich freundlicherweise vom Kommentator Oli darauf hingewiesen, dass der Anbieter sein Angebot verändert hat. Ich gehe davon aus, dass der Verkäufer meinen Artikel fand, ihn las, aber nicht darüber lachen konnte. So ist das Leben. Via Screenshot habe ich bereits sichergestellt, dass mir nicht einfach vorgeworfen werden kann, ich hätte mir den ganzen Schmuh einfach ausgedacht.

Aber siehe, kaum war mein Artikel ca. 5 Stunden online, schon war das Angebote des Verkäufers merkwürdig verändert. Und es sind zusätzliche Angebote eingestellt worden, mit genau der selben „neuen“ Artikelbeschreibung. Ein erstaunlicher Zufall. (Nachtrag 20.07.13 16:07Uhr: Giftzwerg machte mich darauf aufmerksam, dass früher schon Auktionen mit dem „neuen“ Artikelbeschreibung liefen. Trotzdem wurde scheinbar zumindest eine „Multi-Auktion“ auf die „neue“ Artikelbeschreibung angepasst.) Bloß dass die neue Artikelbeschreibung kaum besser ist als die alte, auch wenn der Verkäufer zumindest eine der Anwendungsauswirkungen ins Gegenteil verkehrt hat…

Hinweis: Wenn man ein Arzneimittel (gemäß AMG §2) in Verkehr bringt, und dieses Arzneimittel anschließend zum Medizinprodukt, zum Nahrungsergänzungsmittel oder auch zum Spielzeug umerklärt, bleibt es trotzdem ein (illegal in Verkehr gebrachtes) Arzneimittel. Über diesen Fallstrick sind schon unterschiedliche Anbieter gestolpert. [Hinweis Ende]

ebay2bHier ist eine Übersicht der Angebote des Verkäufers am 20.07.2013 um ca. 0:05 Uhr. (Zum Vergrößern anklicken.)

Sehr geehrter Verkäufer,

ich gehe davon aus, dass Sie hier mitlesen. Daher bitte ich Sie, meine Kommentare und Hinweise nicht persönlich zu nehmen. Sollten in meinen Kommentaren anatomisch und physiologisch bedeutende Begriffe zu klären sein, habe ich diese zur deutschsprachigen „Wikipedia“ verlinkt. Aber Achtung, dort finden sich zum Teil sehr freizügige Fotos vom primären Geschlechtsorganen, die dort eingestellt wurden, um eben diese primären Geschlechtsorgane zu erklären. Sollten Sie an solchen Fotos Anstoß nehmen, folgen Sie bitte nicht den von mir gesetzten Links. Andererseits betrachte ich es als unerlässlich, sich wenigstens theoretisch mit den Dingen beschäftigt zu haben, für die man „Verbesserungsprodukte“ und „Heilmittel“ anbietet. Vielleicht schauen Sie sich die Texte und Fotos dort doch gelegentlich mal an, um zu erkennen, dass z.B. eine Vaginalschleimhaut keine Hornschwielen bergen sollte.
Bitte  erkennen Sie die Konsequenz meiner Kritik und ziehen Sie das von Ihnen (zur Zeit 4x gleichzeitig) bei Ebay eingestellte Produkt vom Markt zurück.Dies hat einerseits seine Begründung im Arzneimittelgesetz, und andererseits ist die Grenze des „privaten Handels“, welcher bei Arzneimitteln schlichtweg verboten ist, definitiv überschritten, wenn man gleichzeitig vier (4!) Mal den gleichen Artikel unbenutzt, neu und originalverpackt zum Verkauft anbietet. Weiterhin machen Sie sich diverser Verstöße gegen das Arzneimittelgesetzes (AMG), der Apothekenbetriebsordnung (ApoBtrO) sowie des Heilmittelwerbegesetzes (HGW) schuldig. Unabhängig davon bezweifle ich stark, dass Sie eine Ihrem Handeln angemessene Versicherungspolice besitzen. Aus selbigem Grund fühle ich mich auch nicht mehr verpflichtet, Ihren Ebay-Mitgliedsnamen und Ihre Angebotsnummern zu verschleiern.

Um es noch mal klipp und klar zusammenzufassen: Hören Sie mit dem Mist einfach auf!

Hochachtungsvoll, Ihr Gedankenknick.

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Aber kommen wir nun zu der neuen Artikelbeschreibung. Immerhin läßt sich schon einmal festhalten, dass sie jemand verfaßt hat, der der deutschen Sprache durchaus mächtig ist. Dass die Fähigkeit, eine Sprache halbwegs richtig zu gebrauchen, allerdings nichts mit der Fähigkeit, einen Sachtext inhaltlich korrekt zu erstellen, zu tun hat, steht in einem ganz anderen Artikelangebot. Hier haben wir den aktuellen Angebotstext:

ebay3Dies ist ein Screenshot einer der 4 oben gezeigten Angebote.
(Zum Vergrößern anklicken.)

„TONGKAT MADURA – DAS GEHEIMNIS DER ASIATINNEN“ – na nun ist es kein Geheimnis mehr.
Ursprünglich entwickelt zur Verengung und Reinigung der Vagina, wird Tongkat Madura von Frauen in Asien seit hunderten von Jahren geschätzt und genutzt, um ihre Sexualorgane und Libido auf natürliche Art und Weise zu pflegen.“

Also im großen und ganzen ist die Vagina – man soll es kaum glauben – selbstreinigend. [1] Das mag im speziellen Einzelfall mal nicht stimmen, aber so ganz allgemein ist das so. Hier sei angemerkt, dass die „Vagina ein dehnbarer, muskulös-bindegewebiger Schlauch“ ist [Wiki]. Diesen sollte man nicht mit der Vulva verwechseln, welche die Gesamtheit der äußeren primären weiblichen Geschlechtsorgane repräsentiert, und welcher durchaus ab und an hygienischer Zuwendung zugemutet werden sollte. Dass man die Sexualorgane pflegen kann, steht außer Frage. Dass man aber die Libido, also das sexuelle Verlangen, durch Einführung eines (potentiell wirkstoffhaltigen) Dingens in die Scheide pflegen kann, war mir neu. Aber man lernt nicht aus, und das hat mich bei dieser Artikelbeschreibung noch des weiteren ereilt.
„Durch die einzigartige Komposition und Verarbeitung pflanzlicher Wirkstoffe und spezieller Mineralien und deren synergetischer Wechselwirkung, verengt Tongkat Madura die Vagina auf ganz natürliche Art und Weise, während der körpereigene Reinigungsprozess und die Regeneration der Haut unmittelbar gefördert und unterstützt werden.“
Aha. Nun wissen wir mehr. Man beachte den Plural bei „pflanzlichen Wirkstoffen“ sowie „spezieller Minerlien„, das wird mich später noch beschäftigen. Von „Synergie“ spricht man in der Pharmazie übrigens dann, „wenn zwei gleichzeitig eingenommene Medikamente ihre Wirkungen gegenseitig verstärken“ [Wiki]. Das trifft aber hier nicht zu, da das Dingens seit dem 18.07.2013 kein Arzneimittel mehr ist. Und was machen das gute Stück Dings nun?
„Indem sich die oberen Hautepithelschichten in der Scheide abschilfern, reguliert Tongkat Madura die Intimflora und hält somit Feuchtigkeitslevel und Gleichgewicht im Intimbereich nachhaltig aufrecht.“

Hatte ich schon erwähnt, dass die Vagina mit einer Schleimhaut, der sogenannten „Vaginalschleimhaut“ ausgekleidet ist? Mir war ja fast so, aber ich hole es hiermit nach. Natürlich hat die Vaginalschleimhaut eine Epithelschicht, sonst wäre sie keine Schleimhaut. Das könnte damit zusammenhängen, dass eine Schleimhaut per Definition über eine (ein- oder mehrlagige) Epithelschicht, eine Bindegewebsschicht und einer epithelialen Muskelschicht besteht. Und natürlich schilfert sich diese Epithelschicht in einem gewissen Maße ab. Das macht jede Haut, und das gehört zu der Aufgabe der Haut – geau wie das „Nachwachsen“ der Haut. [2] Bei einer Schleimhaut braucht man dazu nicht mal Hilfsmittel (wie z.B. bei einer Hornschwiele). Das Dingens ist also (unter anderem) eine Art Hornschwielen-Bimsstein für die Scheide. Liebe Frauen, klärt mich (mal wieder) auf – mögt Ihr es, wenn Eure Scheide mit einem Bimsstein bearbeitet wird? Solche Bimssteinbehandlungen dürften übrigens kaum sinnvolle Auswirkungen auf die bakterielle Besiedelung dieser Schleimhaut haben. Die regelt sich selber – oder, wenn man selbige beeinflussen will, sollte man den pH-Wert „regulieren“ und die passenden Bakterien dort „ansiedeln“. Mikro-Verletzungen, wie man sie mit einer Bimssteinbehandlung einer Schleimhaut en masse zufügen dürfte, würfeln da eher alles durcheinander, da das Blut einen nicht zur Schleimhautoberfläche passenden pH-Wert besitzt. [3] Die Feuchtigeit hat übrigens auch so gar nichts mit der Abschilferung der Oberfläche zu tun, denn die Feuchtigkeit stammt einerseits aus Zervix-Drüsen am Muttermund, und andererseits wird schnödes Wasser via Blutdruck durch die Blutgefäßwände ins Scheideninnere gepresst. (Die Vaginalschleimhaut ist übrigens drüsenlos.) Auch hier führen Verletzungen zwar zu einem „Feuchtigkeitsanstieg“, aber Blut ist nicht das optimale Benetzungsmittel für die Vaginalschleimhaut. Glaube ich zumindest. (Da sind die Ansprüche einzelner Personen ja angeblich unterschiedlich.) Dabei erstaunt mich schon, dass in der vorherigen Artikelbeschreibung der Verkäufer immer darstellte, dass die Scheide durch die Anwendung dieses Dingens trockener wird , und nun wird die Feuchtigkeit einreguliert? Naja, Melioration ist ja auch eine Form der Grundwasser-Einregulierung in einem Sumpf… Welches Gleichgewicht da nun allerdings „nachhaltig aufrechterhalten“ wird, erschließt sich mir nicht, denn das Gleichgewichtsorgan befindet sich meines Wissens nach im Innenohr.
„Tongkat Madura wirkt antibakteriell und desodorierend.“
Das dürfte der Verkäufer genauso wenig beweisen können wie ich das Gegenteil beweisen kann. Deswegen nehme ich diesen Satz mal so hin.
„Durch die Exfoliation (Abschilferungsprozess der abgestorbenen Hautzellen), der sogenannten Hornhaut in der Scheide, sensibilisiert, reinigt und regeneriert sich die Vagina.
„Als Exfoliation wird in der Geologie die Ablösung kugelschaliger Körper vom darunter liegenden Felskörper bezeichnet, welche durch Druckentlastung bei emporgestiegenen Tiefengesteinen zustande kommt“ [Wiki]. Eine Frau, die Felskörper und Tiefengestein in ihrer Vagina mit sich herumträgt möge sich bitte bei mir melden, mir schwebt da ein Doktortitel in Zusammenarbeit mit ihrem Gynäkologen vor. Vielleicht findet sich da auch gleich der Bimsstein… Eine Frau, in deren Scheide sich Hornhaut (also die glasklare äußere Augenhaut) finden läßt, möge sich bitte bei mir melden, mir schwebt da ein zweiter Doktortitel in in Zusammenarbeit mit ihrem Gynäkologen vor. [4] Aber selbst wenn der Autor dieser Artikelbeschreibung Hornschwielen – also umgangssprachlich bezeichnete „Hornhaut“ – meint, zeigt er doch absolutes anatomisches Unwissen in Bezug auf Aufbau und Funktion der primären weiblichen Geschlechtsorgane. Sehr geehrter Autor der Artikelbeschreibung, wenn das letzte Mal, dass Sie die Scheide einer Frau gesehen haben, Ihre Geburt war, dann sollten Sie, bevor Sie so einen Unsinn schreiben, mal mit dem Gynökologen ihres Vertrauens reden, um sich Nachhilfe in Anatomie und Physiologie zu holen. Bezahlen Sie ihn dann gut, er hat einen schweren Job! Auch wenn Hornschwielen typischerweise als Folge besonderer, zuweilen berufsbedingter Beanspruchung durch Druck und Reibung auftreten, ist bisher (meines Wissens nach) noch keine Frau wissenschaftlich fallberichtet worden, die Hornschwielen in ihrer Scheide hatte. Nein, auch keine Prostituierte! Dass die Scheide durch eine Art Bimssteinbehandlung „sensibilisiert“ wird, glaube ich gerne, denn „beim Vorliegen einer Sensibilisierung hat der Organismus nach dem Erstkontakt mit einem Fremdstoff (oft ein Allergen) eine fehlgeleitete spezifische Immunantwort aufgebaut.“ [Wiki] Welche Frau möchte nicht eine zusätzliche Allergie, ausgelöst durch das Einführen eines Dingens in ihre Scheide? Trotzdem rate ich jeder Frau von Selbstversuchen ab! Aber ich schweife schon wieder ab… Also wenn man nun diese intravaginalen Hornschwielen mit dem Bimsstein-Dingens abschrubbert, reinigt und regeneriert sich die Vagina. Ich werde heute so schlau, ich muss meinen IQ morgen neu überprüfen lassen!
„Zustände, die Ausdruck eines Ungleichgewichts sind, wie Ausfluss, Trockenheit der Scheide, vaginale Pilzinfektion, unangenehmer Geruch oder Entzündung der Scheide wirkt Tongkat Madura effektiv entgegen.“
War die Trockenheit der Scheide nicht erstrebenswert? Dann hat man auch keinen Ausfluss… Ach nein, das war ja aus der letzten Artikelbeschreibung. Was hier stattfindet dürfte ein dramatischer Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz (HWG) sein. Hier wird eine nicht nachgewiesene Wirkung versprochen, hier werden Indikationen genannt, das ganze läuft für mich zumindest unter „irreführender Werbung“ gemäß §§ 3 & 14 HWG. Und der „Ausdruck eines Ungleichgewichts“ nennt sich zu deutsch schlicht und ergreifend „Krankheit“. Aber das nur am Rande.

Womit wir beim nächsten Abschnitt sind – „DAS MUST-HAVE FÜR JEDE FRAU“
Oh man, ich halte es nicht durch, den gesamten Text auseinanderzunehmen. Deswegen werde ich ab jetzt immer mal ein oder zwei Sätze weglassen. Aber beginnen wir:
„Tongkat Madura fördert das allgemeine Wohlbefinden der Frau, steigert ihre Libido und ihre erotische Ausstrahlung und Anziehungskraft.“
Die erotische Ausstrahlung einer Frau kann diese mit diesem Ding steigern? Wow, das sollte ein Verkaufsschlager werden im Rotlichtvirtel, weil ab jetzt die Freier Schlange stehen und nicht mal wissen, warum. Die Libido, das sexuelle Verlangen also, steigt auch? Naja, dann haben die Frauen des ältesten Gewerbes der Welt im Gegenzug gleich noch mehr Spaß an der Arbeit…
„Tongkat Madura hat eine sehr positive Auswirkung auf die Konsistenz und den Geschmack des Scheidensekrets.“
Und wer sagt das? Und was ist überhaupt diese dubiose positive Auswirkung? Wird’s dicker oder dünner? Ändert es die Farbe? Schmeckt es plötzlich nach Melonen-Mango-Eis? Oder macht es genau das, was der fragliche Mann schon immer haben wollte? Es muss sich um einen Zauberstab handeln!
„Die in Tongkat Madura enthaltenen Phytoöstrogene wirken den durch Östrogendefizit bedingten Beschwerden der Wechseljahre positiv entgegen.“
Ach, da sind Phyto-Östrogene drin? Das unterstützt meine Arzneimittelthese, denn ich bezweifel stark, dass die sich mit ein wenig Wasser in 1-2 Minuten aus der Superkräutermischung lösen und in die Scheidenschleimhaut diffundieren. Übrigens gibt es wirklich so eine Behandlungsstrategie – allerdings mit verschreibungspflichtigen Vaginalcrenes, die eine wesentlich längere Verweildauer auf der Vaginalschleimhaut haben als 1-2 Minuten.
„Zusätzlich hat Secret Ceres einen regenerierenden Effekt auf das allgemeine Hautbild.“
Secret Ceres? Realy? Geheime Frühstücksflocken? Und welche Haut? Die Vaginalschleimhaut? Schaut man(n) die sich regelmäßig an? Hat man(n) da überhaupt das passende Werkzeug für zu Hause rumliegen, oder muss er da schnell nochmal zu OBI? Oder die Körperhaut? Wow, 1-2 Minuten steckt das Teil in der Scheide, und schon bekommt ein eine schöne Haut? Wissen das die Schönheits- und Wellness-Leute, die für 1 Stunde Peelingbehandlung 60€ verlangen?
„Die äußerliche Anwendung empfiehlt sich bei einer Reihe von Hautreaktionen und -veränderungen wie Ekzeme, allergische Hauterkrankungen, kleine Verletzungen und Wunden, Hautunreinheiten, Pilzinfektionen, Insektenstiche, Entzündungen, Hautdehnungsstreifen (Schwangerschaftsstreifen), Narben und Blutergüsse“
Hatte ich den Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz wegen Indikationsnennung und Heilversprechen schon erwähnt? Nein, ich nehme die einzelnen Hauterkrankungen jetzt nicht auseinander, sonst wird dieser Artikel ein Fachbuch. Und gibt es auch Hauterkrankungen, die das Teil nicht kurieren kann? Wurde es schon bei großflächigen Verbrennungen 3. Grades getest? Einfach den „Stecker“ in die „Dose“, und schon ist die Haut wieder gesund? Bloß blöd für Kerle, denn eine Verengung des Anus will man nicht wirklich als Nebenwirkung haben, oder?
„Die langwierigen Entstehungsprozesse der natürlichen Wirkstoffe, geschützt vor den heutigen Umwelteinflüssen in unbelasteten Gebieten, liefern die Voraussetzung für ein Produkt von großer Reinheit, Qualität und bioenergetischer Wirksamkeit.“
Es gibt keine unbelasteten Gebiete auf der Welt mehr. Man hat die tollsten Umweltverschmutzungen sogar schon am Nord- und am Südpol nachgewiesen.
„Tongkat Madura wird aus diesem Grund nur in limitierter Auflage hergestellt.“
Haben die Teile eine Seriennummer? Gibt es da auch ein Zertifikat dazu – so 367/1000 Jahr 2013?
„Einhergehend mit der Philosophie der ayurvedischen Lehre werden erlesene Rohstoffe nach überlieferten traditionellen Herstellungsverfahren zusammengestellt und verarbeitet.“
Sicher. Nun sind wir bei Esoterik angekommen. Ich habe es mir schon fast gedacht.
„Jeder Stab ist von Hand geformt und wird schließlich über dem Feuer gebrannt.“
Was? Die Teile werden „im Feuer gebrannt“? Dann kann ich davon ausgehen, das die außen aus poröser Keramik sind, und innen ist medizinische Kohle. Denn Erhitzen von biologischem Gewebe unter Luftabschluss führt zur Verkohlung. Dann sind da aber auch keine Phyto-Östrogene oder sonstige Inhaltsstoffe mehr drin. Das nenne ich mal eine positive Nachricht. Zumindest dürfte die poröse Kermaik für den Bimsstein-Effekt sorgen.

Und was macht man nun damit? „ANWENDUNG UND HANDHABUNG“
Die innerliche Anwendung von Tongkat Madura empfiehlt sich 1 bis 3 mal pro Woche. Bei Ungleichgewichtszuständen der Scheidenflora (z.B. Entzündungen und Mykosen) kann die Anwendung 1-2-mal wochendlich erfolgen bis sich der Zustand normalisiert hat.
Aha. Also um das Ungleichgewicht zu behandeln, muss ich ihn weniger häufig anwenden, als wenn alles im Gleichgewicht ist. Das ist logisch. Und wenn es dann besser ist, intensiviere ich die Behandlung. Klar, so wird das mit Antimykotika und Antibiotika auch immer gemacht.
„Den Stab unter fließendem Wasser anfeuchten und komplett in die Vagina einführen (ohne den Beckenboden anzuspannen). Das Ende festhalten und den Stab nach ca. 1-2 Minuten entfernen.“
Dass sich der Beckenboden immer mal wieder zusammenzieht, wenn man den Scheideneingang mittel Berührung reizt, ist ein Reflex – eine unwillkürliche Reaktion. Um das zu unterdrücken müsste Frau wahrscheinlich sehr üben. Aber das ist eine gute Erklärung, wenn das Dingens anschließend nicht funktioniert. „Wie, Sie haben beim Einführen den Beckenboden angespannt? Kein Wunder, dass das nicht wirkt!“ Und wenn ich den Stab komplett einführe – genau, dann ist er drin. Wie soll ich ihn dann an einem Ende festhalten, um ihn anschließend wieder zu entfernen? Das geht doch wohl nur, wenn ich ihn eben nicht komplett einführe? Oder verstehe ich da was falsch? Einen Faden, wie z.B. an einem Tampon, konnte ich an dem Teil zumindest nicht entdecken.
„Nach der Anwendung unter fließendem Wasser abspülen und mit einem sauberen Handtuch trocken tupfen.“
Wir erinnern uns. Der Stab besteht (äußerlich) aus einer porösen Keramik. In diesem Poren sammelt sich leicht Scheidensekret, Zellmaterial, welches sich durch bloßes Abspülen unter fließenden Wasser sicher nicht entfernen lässt. „Biofilme“ sind da ein Schlagwort zum googeln. Und in diesem Material wachsen dann lustig Bakterien vor sich hin. Sehr leckere Vorstellung. Ach nein, das Dingens ist ja „antibakteriell“. Dann wachsen da wohl Pilze, denn das Dingens ist ja nicht fungizid. Oder habe ich etwas überlesen?
„Die verengende Wirkung tritt bereits nach wenigen Minuten ein. Die Steigerung des Lustempfindens, der regenerierende Effekt auf die Haut, die reinigende und regulierende Wirkung wird nach wenigen, regelmäßigen Anwendungen spürbar.“
Sprach ein(e) Käufer(in) nicht von einem „Effekt in wenigen Sekunden“? Und nun braucht man gleich mehrere Anwendungen? Kapier ich nicht.
„Bei akuten Ungleichgewichtszuständen der Scheidenflora kann ein merkbares Brennen bei der Benutzung des Stabes auftreten, das jedoch lediglich den ablaufenden Wirkungsprozess indiziert und sich mit dem Abklingen der Symptome legt.“
Ja, das mit dem Brennen klingt logisch. Und dass das im Sinne des Erfinders ist, glaube ich langsam auch. Aber ob das wirklich abklingt? Wahrscheinlich dann, wenn sich die Schleimhaut mühevoll und rein biologisch selber regeneriert. Und sicher, regenerieren kann sie sich nur, wenn man sie vorher beschädigt hat. Etwas, was ganz ist, brauche ich nicht zu reparieren. Aber irgendwie klingt das für mich, als ob ein Rennfahrer mit Absicht seine Reifen kaputt fährt, damit er beim Boxenstop dann neue Gummies aufgezogen bekommt… *hihi, neue Gummies aufgezogen. Der Gag war gar nicht geplant.*
„Bei den ersten Anwendungen von Tongkat Madura wird sich die Hornhaut in der Scheide lösen und abschilfern und die Scheide in einen zarten, reinen, regenerierten Zustand versetzen.“
Hornhaut löst sich ab. Ah ja. Und dann ist die Scheide zart, rein und regeneriert… Und sie baden gerade Ihre Hände darin. – In Geschirrspülmittel? – Nein, in Palmoliv! Nochmal ganz dick zum mitlesen: Es gibt weder Hornhaut noch Hornschwielen an oder in der Vaginalschleimhaut. Sollte sich jemals so etwas da finden, ist eine ganz dringende ärztliche Behandlung empfohlen.
„Die Rückstände des Stabes antrocknen und einwirken lassen.“
Aha, das Ding nutzt sich also ab. Bleiben da auch Rückstände in der Scheide? Vielleicht sollte man schließend noch mit einer Klistierbirne spülen, nachdem man das Teil angewandt hat.
„Abhängig von der Häufigkeit und vom Umfang der Anwendung (innerlich, äußerlich) hält ein Stab durchschnittlich bis zu einem Jahr. Die Haltbarkeitszeit von Tongkat Maduras ist 6 monate nach der erst anwendung.“
Moment. Das Dingens ist 6 Monate nach der ersten Anwendung haltbar, kann aber durchaus ein ganzes Jahr reichen und angewandt werden? Bin ich eigentlich der Einzige, dem da eine Diskrepanz auffällt?

Kommen wir also zu den „INHALTSTOFFE / WIRKSTOFFE“. Man beachte den Plural.
„Punica Granatum (Granatapfelbaum) ist eine uralte Kulturpflanze mit einer grossen mythologischen Bedeutung. Bereits im Altertum war die Frucht als Liebesapfel mit hoher aphrodisierender Wirkung und als Symbol der Liebesgöttinnen bekannt.“
Ist ja super. An Ibuprofen ist nichts mythologisches, und trotzdem wurde seine Wirkung mittels Doppelblindstudien bewiesen. Kann das der Granatapfelbaum auch?
„Fruchtschale und Wurzelrinde haben eine adstringierende (zusammenziehende) Wirkung.“
Boah, ey! Pflückt Euch ein paar Brombeerblätter, sammelt ein wenig Eichenrinde, oder lasst einfach Euren schwarzen Tee 10min ziehen, bevor Ihr ihn trinkt. Und schon habt Ihr eine adstringierende Wirkung. Das ist echt was außergewöhnliches.
„Außerdem werden ihr reinigende, antibakterielle und regenerierende Eigenschaften zugeschrieben.“
Ja, und? Was will uns das sagen? Das indizierte Videospiel „Return to Castle Wolfenstein“ schreibt den Nazis unter anderem die Fähigkeit zu, genetisch verbesserte und mit Cyborgteilen verstärkte Superkrieger geschaffen zu haben. Und was sagt uns das? Genau, nichts.
„Die Samen des Granatapfels enthalten Hormone, die identisch sind mit dem weiblichen Sexualhormon Östron. Das Östron-Vorkommen im Öl der Samen ist hoch konzentriert, so dass Punicasamen als bisher reichste Quelle pflanzlicher Herkunft von Östron (Phytoöstrogen) gelten.“
Mal abgesehen, dass ich mittels kurzer Websuche nur einen Verweis auf ein paar japanische Wissenschaftler gefunden habe, die das veröffentlicht haben sollen, ist diese Information ja gut und schön, aber bisher habe ich noch nirgendswo gefunden, dass irgendwas vom Granatapfelbaum nun in dem Dingens enthalten ist. Bisher sind nur Informationen über den Granatapfelbaum verkündet worden, aber nichts, rein gar nichts zum Inhalt des Dingens.
„Tropfsteine sind Kristalle, die durch Milliarden von Wassertropfen entstehen, und aus denen beim Herabtropfen der Kalksinter ausscheidet und sich ablagert. Niederschlag löst dabei das im Gestein enthaltene Kalziumkarbonat.Die vom Höhlenboden emporwachsenden Tropfsteine (Stalagmiten) wirken optisch wie Phalli und gelten symbolisch als Liebesmittel. Sie waren Basis des berauschenden und aphrodisierenden “Han-Shi” dem Fünf-Mineralien-Pulver der traditionellen chinesischen Medizin.“
Womit wir mal wieder bei einem Ausflug in die Geologie sind. Und was soll der Hinweis auf das Phallus-Symbol? Soll das eine Beziehung zur „libidosteigernden Wirkung“ aufbauen? Also gilt das Dingens symbolisch als Liebesmittel, weil es in seiner Form an einen Stalagmiten erinnert? Nee, die sehen anders aus! Und das berauschende 5-Mineralien-Pulver… Das überzeugt mich nun natürlich total. TMC ist ja auch der Weisheit letzter Schluss.
„Kaolin (Porzellanerde) ist ein natürliches Mineral, welches als Trägerstoff dient und gleichmäßig Wirkstoffe abgibt. Es wirkt tiefenreinigend, entzündungshemmend und stimuliert den Erneuerungsprozess der Haut. Durch die antiseptischen, desodorierenden und heilenden Eigenschaften wird die Haut zart und geschmeidig.“
Soso, Porzellanerde. Wenn das Dingens „gebrannt“ ist, dann wird es wohl aus Porzellanerde hergestellt sein. Aber wenn ich mir eine unlasierte Kuchenschale auf mein Gesicht lege, passiert genauso viel, als wenn ich eine Figur einer leichtbekleideten Barockdame aus Meissner Porzellan auf mein bestes Stück stelle. Nämlich nichts. Kaolin wirkt vielleicht so wie beschrieben, wenn ich es als „Heilerde“ fein gemahlen auf die Haut aufbringe, aber gebrannt hat sich das Problem erledigt. Oder ist das Dingens so schlampig gebrannt, dass ständig bei Berührung Teile abbröseln? Dann würde ich mir das zumindest in keine meiner Körperöffnungen einführen wollen.
Fassen wir dieses Kapitel zusammen: Von den in 3 Absätzen erklärten Stoffen ist unklar, was sich in dem Dingens befindet. Einen Inhaltsstoff konnte ich mittels
Kombination aus den vorherigen Informationen eventuell den Dingens zuweisen, die anderen beiden Absätze sind nur Geschwafel ohne erkennbaren Bezug zum Produkt. Welche „geheimen Getreide“ und „mythischen Kräuter“ da nun wirken sollen, bleibt genauso unklar wie die Wirkweise.

Erstaunlich ist, dass alle Hinweise zu Nebenwirkungen nun verschwunden sind. Auch allergische Reaktionen sind nun nicht mehr bekannt. Und dass, wo dem Dingens eindeutig vom Verkäufer eine „sensibilisierende Wirkung“ zugeschrieben wird, was bei jedem Chemiker dem Griff zum Handschuh auslöst und bei jedem Allergologen die Alarmglocken schrillen lässt. Auch Kontraindikationen wie die Anwendung während der Menstruation, während der Schwangerschaft oder vor dem ersten Geschlechtsverkehr, die in der „alten“ Fassung noch angegeben wurden, sind nicht mehr bekannt.

So, und nun bin ich fertig. Ja, diese Artikelbeschreibung hat mich fix und fertig gemacht, und raubt mir meinen Glauben an das Gute und auch an das Intelligente im Menschen, wenn auch nur eine Person im ach so aufgeklärten und zivilisierten Europa auf diesen Unsinn hereinfällt. Wie kann man es nur schaffen, in so wenig Text soviel Quark unterzubringen, und dafür auch noch Geld verlangen? Und wie das Dingens nun die Vagina enger machen soll, erschließt sich mir immer noch nicht. Die „Inhaltsstoffangabe“ ist den Namen nicht wert, den sie trägt. Und unabhängig davon liegt meinem Rechtsempfinden nach immer noch und schon wieder ein Verstoß gegen verschiedene §§ des AMG, des HWG und der ApoBtrO vor. Dieses Angebot ist extrem abmahngefährdet. Außerdem ist es eine Verbraucherveralberung. Wenn der Verkäufer jetzt noch erklärt, dass es genau deshalb wirkt, weil eine religiöse Überzeugung dahintersteckt, dann ist es für mich endlich klar, was hier los ist. Anbei, selbst wenn man das Dingens als Medizinprodukt betrachtet, redet der Verkäufer selber von „Wirkstoffen“. Ein Wirkstoff abgebendes Medizinprodukt ist jedoch ein „Medizinprodukt mit Arzneimittelcharakter“ und fällt damit unter das Arzneimittelgesetz und nicht unter das Medizinproduktegesetz.

Disclaimer:  Ich bin kein Jurist, deswegen ist das hier auch keine juristische Beratung, und ich gebe hier nur meine persönliche Sicht der Dinge wider. Wen es genauer interessiert, wende sich zu aller Menschen Vorteil an einen Juristen mit aktuell gültiger Lizenz zur Rechtsberatung.

Nachtrag: Ich habe jetzt über 5 Stunden an diesem Artikel gearbeitet. Ich gehe davon aus, dass die „Neuerstellung“ des Angebotstextes bei weitem weniger Zeit benötigt hat. Wenn der Verkäufer diesen meinen Text wiederum benutzt, um seine Angebotsbeschreibung zu „aktualisieren“, verlange ich eine Vergütung für mein Lektorat!

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[1] De facto funktioniert das so gut, dass viele Frauen sich den Vaginalgang währen der Menstruation tamponieren oder verstopfen (mit Mestruations-Cups oder auch Schwämmchen, wie ich in einem anderen Blog gelernt habe).
[2]  Tatsächlich sind Schleimhäute die sich mit am schnellsten regenerierenden Gewebe, wie man selber feststellen kann, wenn man sich z.B. mal den Mund verbrannt hat. Die selbe Verbrennung auf der Haut würde nicht in 3 Tagen wegheilen, sondern eher in 2-3 Wochen. Deswegen haben viele Zytostatika, die ja gerade das schnelle Teilen von Zellen unterbinden sollen, Durchfall als Nebenwirkung – da der Körper einfach die Darmschleimhäute nicht mehr regenerieren kann.
[3] Eine Erklärung dafür, warum Frauen während der Menstruation manchmal diverse Schwierigkeiten haben. Nur „blutet“ es ja auch nicht, es handelt sich, wie die meisten Menschen wissen dürften, größtenteils um abgestoßene Gebärmutterschleimhaut.
[4] Das wirft allerdings ein ganz neuen Blick auf das in Japan angeblich recht beliebte „Eyeball-Licking“, bei dem der eine Partner dem anderen mit der Zungenspitze den Augapfel ableckt. Das ist also nur eine neue Spielart des Cunnilingus.
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42 Gedanken zu „Vagina(l)stab – die Zweite

  1. Über die „Hornhaut“ der Scheide hab ich am meisten gelacht :´D … außerdem beantwortet sich nun teils meine Frage zwecks wegen „raffinierter Kräutermischung“. Ich denke, sie ist nicht für den Küchengebrauch geeignet. Wobei ich schon mit dem Gedanken gespielt habe, es mit so einem Muskatnusshobel zu bearbeiten bzw. es in die zu würzende Suppe einzulegen. Ach nein, lassen wir das… 😀

    • Naja, sollte tatsächlich Granatapfelkernöl drin rumschwimmen, ist mir zwar unklar, wie das da raus kommt, ohne dass sich das Dingens fettig anfühlt – aber dafür sparst Du Dir das Salatöl? 😛

      • *kicher* es gibt Leute, die schneiden sich etwas Obst unter den Blattsalat. Und da jetzt das Granatapfelkernöl drüber. Bestimmt ein Hochgenuss. Wenn du diesen Stab einweichst, dann kannst du oben dann die „Fettaugen“ abschöpfen…
        Also ich würde mit dem Rum, anstatt Obstsalat, lieber ein Eis nehmen. 😀

  2. Du nimmst dir wirklich zuviel Mühe, edler Gedankenknick!

    Einfach abmahnen. Und gönn dir von der Entschädigung einen schnen Ausflug.

    • Davon abgesehen, dass ich kein Freund des Abmahn(un)wesens bin, hat es Ebay als auch die Politik in Form des BMG überhaupt kein vorrangiges Problem mit solchen Angeboten. Da wurden schon angebochene (!) Insulinpatronen verhöckert. Mal von den unklaren Lagerungsbedingungen abgesehen sollte JEDER insulinpflichtige Diabetiker wissen, dass durch (geringsten) Rückfluss von Plasma in die Insulinkartusche selbige für einen Zweitanwender höchstes Infektionsrisiko mit allen möglichen netten Krankheiten – wie HIV, Hepatitis A-G, aber auch vielen anderen – birgt. Aber das BMG und die Apothekerkammern meinen halt, Ebay sitze in Luxemburg, da könne man nichts machen. Und Ebay selber meint: „Wir können ja nicht jedes Angebot überprüfen.“ Das müssten sie aber! Unabhängig davon gibt es beim Ebay-Angebots-Beschwerde-Formular immer noch keinen Punkt „Arzneimittel“. Ebay selber hat kein Interesse daran, seine eigenen Gesetzesverstöße zu unterbinden und die fraglichen Anbieter in irgend einer Weise zu „bestrafen“ – und sei es mit tageweisen Angebots-Verboten. Warum? Ebay lebt schließlich von der Kommission. So bleibt mir nur, diesen Schwachsinn zu entlarfen und möglichst viele Leute, die nach den fraglichen Schlagworten im Internet suchen, auf meinem Blog davor zu warnen.

      Gebe [hier selbstgewähltes Wesen höherer Macht einsetzen], dass ich leidlich erfolgreich bin.

  3. Lieber Gedankenknick,

    Vielen Dank für die beiden letzten Einträge! Allerdings wäre es vielleicht ja besser gewesen, das ursprüngliche Angebot wäre stehen geblieben, denn das war SO gnadenlos gruselig und unverständlich, daß nur sehr hartgesottene Idioten das ersteigern. Das Neue ist ja schon fast gut….
    Und was die Dummheit mancher Leute angeht, ich erinnere mich, als ich in der Apotheke anfing war grade Ester C DER Superschuperduperenner zum Abnehmen. Seit dem kommt jedes Jahr ein neues Ultimatives Superschlank Käpselchen (i.d.R. Von dem selben Hersteller) auf den Markt, und EGAL wie deutlich ich meinen Kunden sage: Das bringt nichts. , sie kaufen es dennoch. Aber die sinnvollen Dinge, die wirklich was helfen (nicht zum Abnehmen, denn da gibt es nix) wenn sie mal krank sind, kaufen sie nicht. (Zahlt das die Krankenkassen? …..)
    Aber allein der GEDANKE irgendsoein dubioses Teil in mich reinzustecken ist Horror horribilis! So etwas kann sich nur jemand ausdenken, der noch nie im Leben einen Scheidenpilz oder andere noch weniger erfreuliche Erkrankungen hatte.
    Ich wüsste gerne, ob die Asiatinnen, die dieses Dubiosum seit Jahrhunderten verwenden sollen, selber davon wissen…..so wie Hopi Indianer noch nie von Hopi-Ohrenkerzen gehört haben….?
    Liebe Grüsse aponette

    • Wer weiß schon, was in Asien wirklich los war/ist? Und mal angenommen, das ganze vor einigen hundert Jahren wirklich mal eine Hilfe – hat man heute doch wesentlich bessere Möglichkeiten, bei fraglichen Problemen nutzbringend einzugreifen.

      Nein, man muss nicht jeden Mist vergangener Zeiten wiederholen, sonst würden wir immer noch auf den Bäumen sitzen, von denen einige Leute behaupten, auch diese wären schon ein Holzweg gewesen. 😉

  4. Lieber Gedankenknick,
    ich hab mich köstlich über deine Analyse des alten und „neuen“ Auktionstextes amysiert.
    Allerdings ist auch der neue Text schon älter als dein vorheriger Blogeintrag. Den hat der Verkäufer schon in einer Auktion verwendet, die bereits am 11.07. abgelaufen ist. Und das schlimmste daran ist, es gab sogar drei Blöde, die das gekauft haben…

    Schöne Grüße
    Giftzwerg

  5. die „Erstversion“ des Verkäufers vom April (der damals noch in Schwäbisch Gmünd wohnte) war noch besser:

    „Die Vagina, die Stock festzieht, ist besonders konzipiert, damit Frauen vaginalen unangenehmen Geruch loswerden, vaginale Entladung und am wichtigsten, eine lose Vagina festzuziehen.
    Sie erhöht das Festziehen von Empfindung und erhöht die Empfindlichkeit der Vagina.
    Die Vagina, die Stock festzieht, bereitet Frauen mehr Vertrauen und Vergnügen mit vertrauten Verhältnissen.

    Vagina festziehen–Verträge und Umgestaltungen die vaginalen Wände, zum des vertrauten Vergnügens zu verstärken.
    Entzündungshemmend–Es ist dass Endschwellen ein entzündungshemmendes und stoppt unangenehmen Geruch.
    Antivirus–Nützlich im Schutz vor Mikrobenkrankheitserregern, besonders HPV und dem Beseitigen genitales itching.
    Keine Nebenwirkung- reine chinesische Kräuterformel garantiert Gesundheit und Sicherheit der Frauen.

    Anwendung

    Sprühen Sie etwas Wasser auf dem einem Kopf des Stockes
    Setzen Sie den nassen Kopf in Vagina über Hälfte des Stockes ein
    Drehen Sie den Stock für 15-30 Sekunden
    Nehmen Sie heraus und säubern Sie den Stock mit Abwischen

    Der Stock verringert 3-5 g für jede Anwendung. Normalerweise kann der festzieheneffekt 3-5 Tage für jede Anwendung beibehalten.“

    • AUA! Das liest sich so gräuslich, wie ich mir die Anwendung vorstelle. Und eine aktive Wirkung gegen Viren, insbesondere HPV zu bewerben grenzt für mich an einen Straftatbestand. Fehlt nur noch, dass das Teil auch HIV-Ansteckungen verhindern können soll.

      Darf ich fragen, ob es einen Screenshot von dieser Artikelbeschreibung gibt?

      • logo – habe das kurz vor „Verfallsdatum“ von ebay runtergeladen 🙂

        Übrigens: gibt man bei der Suche „weltweit“ ein, kann man das Dings schon für 7-8 T€ frei Haus aus Indonesien haben…

      • Also wenn ein so ein Teil 7-8 T€ („Tausend €uro“) kostet, dann sollte es aber aus Gold, Platin und Palladium gemacht und statt mit einer Kräutermischung mit Diamanten und anderen Edelsteinen gefüllt sein. Und wenn es dann noch einen Überzug aus Silber hat, glaube ich zwar an die antibakteriellen Eigenschaften (bedingt durch Silberionen), aber dafür dürfte es alle Nase lang schwarz anlaufen, was sich nur durch Abspülen mit Wasser und abtupfen mit einem Tuch kaum verhindern lässt. Außerdem sollte man es vor Gebrauch dann eine Weile unter warmes Wasser halten, sonst ist die angestrebte Kontraktion der Vagina allein durch den Kältereiz bedingt … 😉

        Nachtrag: Hach, ich vergesse immer, dass T€ bei Dir nicht „Tausend €uro“ sondern „T€uro“ sind. Ich bitte um Verzeihung!

  6. Also bevor ich meinen guten Schwarzen Tee 10 Minuten ziehen lasse, würde ich evtl. drüber Nachdenken so ein Ding zu verwenden #-P
    – aber ich bin ja auch keine Frau… -.-
    Jedenfalls vielen Dank für die unterhaltsame Analyse =D

    • Den schwarzen Tee würdest Du Dir aber (auch als Frau) nicht vaginal einführen. Aber wenn er 10min gezogen hat, haben sich viele Gerbstoffe gelöst, und wenn Du ihn kostest, wird zieht sich alles in Deinem Mund zusammen. (Ja, er wirkt dann „adstringierend“.) Aber deswegen wird dein Rachenraum eben nicht enger oder kleinvolumiger! 😉 Aber das ganze wirkt im Zweifelsfall gegen Durchfall…

      • Das mit dem Tee nicht vaginal einführen unterschreib ich dir aber nicht grundsätzlich -.-

      • Na gut, ich hab mal wieder ein „höchstwahrscheinlich“ vergessen. Gemäß der „unendlich-viele-Universen-Theorie“ passiert ja alles irgendwo, irgendwie und irgendwann, so unwahrscheinlich es auch erscheint… 😉

  7. Wah, schauderhafte Geschichte um diese krassen Kräuterstäbe!
    Wobei ich bei der ‚trocken+eng=gut‘-Behauptung an irgendeine Geschichte aus Afrika denken musste. Irgendwo dort schmieren sich manche Frauen angeblich Sand/Dreck unten rein, weil feucht zu sein als unschick gilt und ‚Mann‘ nach dieser Behandlung schneller kommt.
    Gibt es auch als ‚modernere‘ Version: http://de.wikipedia.org/wiki/Trockener_Sex
    Vielleicht ne Art Notlösung, wenn der Sex eh nicht einvernehmlich ist soll er so schnell wie möglich rum sein.. wer weiß.

    Menschen sind schon komisch…

    • Ja, Menschen sind komisch, waren es immer und werden es wohl auch immer bleiben. Aber deswegen muss ich trotzdem nicht alles verstehen – z.B. die Aussage: Trocken = Eng = Gut. Mir persönlich entspricht eher die Aussage: Schmerz = unangenehm.

    • Na dann ist ja alles in Ordnung. Und was ist nun drin laut Inhaltsstoffangabe? Was führst Du Dir da ein? Irgend ein Hinweis darauf, was da wirkt, wie es wirkt, und was das Teil macht? Siehe den Link von Stöber. Verletzungen stellen für mich keinen Lustgewinn dar. Aber vielleicht bin ich auch die Ausnahme und nicht der Durchschnitt – wer weiß da schon so genau?

      (So als Vergleich: Früher hat man auch mal Wunden ausgebrannt, weil man meinte, das hat Vorteile für Patienten. Und Leder sollte man z.B. möglichst auch nicht mehr mit Dichromat gerben….)

    • Ich sage dazu:
      Ich habe keine Ahnung, wie das funktionieren soll. Ich halte das ganze für ein Arzneimittel (pharmakologische Beeinflussung einer Körperfunktion) bzw. für ein Medizinprodukt (physikalische Beeinflussung einer Körperfunktion). Ich finde keine Inhaltsstoffangabe – die zumindest gemäß Kosmetikverordnung vorhanden sein müsste – auch nicht auf dem Bild der Verpackung.

      Was soll ich noch dazu sagen? Wenn ich mir überlege, dass davon (angeblich) bereits 600 Packungen verkauft wurden- scheine ich mit meiner Einschätzung aber völlig falsch zu liegen. Letzthin muss jede(r) selber wissen, was sie/er sich antut. Das wirklich traurige daran ist, dass im Zweifelsfall die Solidargemeinschaft für die „Reparatur“ des eventuell resultierenden Problems gerade stehen muss.

    • Ich ergänze das von Knick mal:
      Wirksame Arzneimittel gibt es in der Apotheke (gerne auch bei versendenden Apotheken) und nicht bei Ebay.

      Wirksame Arzneimittel erkennt man daran, dass auf der Sekundärverpackung (Faltschachtel) stets das Wort „apothekenpflichtig“ oder „rezeptpflichtig“ steht. Bei wirksamen Arzneimitteln ist stets auf der Faltschachtel eine Zulassungsnummer aufgedruckt.
      Falls das noch nicht helfen sollte: Bei Arzneimitteln ist mittlerweile auf der Sekundärverpackung (Faltschachtel) gesetzlich die tastbare Einprägung des Namens in Blindenschrift vorgeschrieben. Falls die Packung keine tastbaren Punkte in Brailleschrift aufweist, ist das kein Arzneimittel. Das ist dann nur eine wirkungslose Creme, die vielleicht als Kosmetikum deklariert ist – ohne Wirkung.

      • Und das ist das Problem – bei irgendwelchen Grau-Importen ist vielleicht tatsächlich irgend ein Wirkstoff enthalten. Und niemand weiß genau, was, wie viel, warum, usw. Ich erinnere mich an einen „rein natürlichen chinesischen Abnehmtee“, der pro Tasse mehr verschreibungspflichtige Appetitzügler enthielt als eine zugelassene 3-Tages-Dosis dieses Wirkstoffs. Und in einschlägigen Foren wurde der diskutiert mit „Ich weiß selbst am besten, was gut für mich ist!“ Geschimpft wird erst immer, wenn etwas passiert ist. Vorher will man nicht beachtet werden, hinterher hätte man vorher beschützt werden wollen…

  8. guten tag – mir wurde der Tongkat Madura empfohlen.
    Wo kann ich ihn bestellen und kann mit einer seriösen
    Abwicklung und einem Original rechen.
    Könnten Sie mir helfen?
    MfG
    Claudia Mahler

    • Es tut mir leid. Wie aus meinen Artikeln hervorgeht, halte ich davon nichts. Und solange ich keine halbwegs schlüssige Erklärung erhalte, was da genau wie „wirken“ soll, kann ich nur von einer Anwendung abraten. Insofern kann (und will) ich auch keine Hilfe bei der Beschaffung so eines Systems geben.

  9. Ich lach mich schief..! Habe gerade wirklich Tränen gelacht. Danke für die köstliche Analyse dieser Aneinanderreihung von Absurditäten 😀

  10. Ich fragte alles
    ein traditionelle medezin aus madura insel
    sagt mein bekannte die aus indonesien kommt,
    sie benutz seit sein heirat sagte sie noch, und empfählen tut sie auch.
    ich höre zum ersten mal aber ich möchte auch mal probieren 🙂

    • Ja, genauso schöne Beschreibung, aber diesmal ganz andere „Inhaltsstoffe“. Herrlich ist auch, dass „das produkt nicht zur oralen Einnahme bestimmt“ sei. Könnte sich sonst die Speiseröhre verengen? Dann wäre es vielleicht das richige für Abnehmwillige… *seufz*

  11. Bin auf diesen Reinigungsstab gekommen, weil ich nach einer bakteriellen Entzündung in der Vagina immer noch den Ausfluss hatte. Habe ihn jetzt seit ein paar Wochen und benutzte ihn alle paar Tage. Bin wirklich begeistert.
    Die poröse Konsistenz kann ich nicht bestätigen.
    Es ist schon so, dass der Stab feine Bestandteile der enthaltenen Porzellanerde in die Vagina abgibt. Zusammen mit den eher sauren Granatapfelbestandteilen gibt das den Peelingeffekt.
    Allerdings war ich nach der ersten Behandlung und nach dem ersten Sex mit meinem Partner geschockt: Da kamen jede Menge kleine weisse Böbbel und KRümel raus, teilweise schien das nur aus der Porzellanerde bestehen, und teilweise sah man schon ganz feine weisse Haut mit dabei.
    Und heute, also nach mehreren Wochen Anwendung, hat sich eine richtig große Menge dünner Haut gelöst, die ich auf einmal in meiner Unterhose vorfand.
    Also wirklich effektiv das Teil.
    Ausfluss ist übrigens komplett weg, und meine Vagina riecht frisch und sauber, wie als ich zwanzig war.
    Perfektes Pflegemittel, kann ich nur empfehlen.
    Übrigens feuchte ich ihn nicht vor dem Einführen an, weil ich Angst habe, dass er sich dann zu schnell auflöst. Dafür ist er mir zu teuer. Da ich keine Trockenheitsprobleme habe, wärme ich ihn einfach erst eine Zeit mit den Händen an und führe ihn dann ganz langsam ein.

    • Die „poröse Konsistenz“ hatte übrigens der „Anbieter“ selbst angegeben. Die stammt nicht von mir. Wenn der nicht porös ist, vielleicht ist er nicht in Ordnung?

      Komisch, bei dem „neuestem Angebot“ ist vom Granatapfel überhaupt keine Rede mehr, und von Porzellanerde auch nicht. Nun sind andere „Kräuter“ drin. Und was da nun wirklich drin ist / wirkt / passiert – ich weiß es nicht, und ich habe nur begrenzte Ideen dazu. Wenn es aber „rauskrümelt“ würde ich mir die weitere Anwendung wirklich überlegen. Dazu sollte man wissen, dass die Vaginalschleimhaut durchaus befähigt ist, Wirkstoffe in den Blutkreislauf aufzunehmen, und dieses sehr effektiv. Ich weiß nicht, was sich dann so alles später in der Leber und den Nieren wiederfindet, denn ich bezweifle schwer, das wirklich (nur) das enthalten ist, was angegeben ist. Sorry. Ich rate von der weiteren Anwendung ab.

      Übrigens, so richtig glaubwürdig kommt mir die angegebene Mail-Adresse nicht vor…

      • Spätestens wenn ich Schleimhautfragmente im Höschen vorfinden würde wäre ich extrem beunruhigt. Ausserdem glaube ich nicht dass die Vagina in jungen Jahren anders riecht als in Älteren. Es sei denn man entwickelt mit zunehmendem Alter eine Art Hydrophobie.
        Manchmal wundere ich mich dass die Menschheit nicht längst ausgestorben ist.

  12. Hi, ich habe mir ein Stab bestellt und bis jetzt zweimal benutzt und es kam tatsächlich weiße Hautklumpen aus meiner Mumu. Naja und ich fühle mich schon auch etwas frischer da unten. Verkehr hatte ich auch schon nach der Anwendung und es war tatsächlich etwas anders, lag aber auch an meinem Partner 😉 naja, ich hatte ein intensiveres empfinden intern….

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