Herzlichen Glückwunsch, Pharmama!

Pharmama hat ein Buch geschrieben: „Haben Sie diese Pille auch in grün?“

Buch-Haben-Sie-Diese-Pille-Auch-In-Grün

Mir wurde freundlicher Weise vor 6 Tagen ein Exemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt, und ich muss sagen, ich finde es Klasse und kann es nur empfehlen. Für alle, die sonst nur an die Apo-Theke gehen, um schnell mal etwas gegen die kleineren und größeren Wehwehchen zu besorgen – und sich schon immer gefragt haben, warum man unbedingt etwas zur korrekten Einnahme mit auf dem Weg gesagt bekommt. Für alle, die zum Rezeptblock greifen, um Patienten zu behandeln und der Apotheke zu sagen, was es denn werden soll – und sich schon immer gefragt haben, warum denn die beliefernde Apotheke schon wieder Telefonterror startet. Und für alle, die hinter der Apo-Theke auf Patienten „lauern“ – und sich fragen, ob sie mit den auflaufenden und zu lösenden Problemen allein auf der Welt sind, und einem leicht abstruse Geschichten immer nur selbst widerfahren. Hier sein ein kleiner Spoiler erlaubt: Ihr seid nicht allein, den andern geht es genau so! 😉

Wer in Pharmamas Buch Klamauk-Geschichten erwartet oder die ganz großen Peinlichkeiten, wird freilich nicht fündig werden. Der Autorin Töne sind eher die leisen und bedachten, und deswegen werden nicht einfach nur Anekdoten aneinander gereiht, sondern Pharmama erklärt mit Hingebung und viel Liebe zum Detail, warum sie und ihre Mitarbeiterinnen so reagieren, wie sie es eben tun. Dabei wird kaum ein Thema ausgelassen. Vom schwierigen Einstieg in den Berufsalltag über schrecklich nette (und manchmal einfach nur schreckliche) Kunden bis hin zur manchmal nicht so einfachen Kommunikation mit den Kollegen anderer Gesundheitsberufe ist alles dabei. Und natürlich gibt es auch die Begebenheiten, die der einen oder anderen Seite ein wenig peinlich sind (oder sein dürfen), immer mit einem Augenzwinkern berichtet. Und auch eigene Fehler lässt Pharmama nicht aus, und das sind bekanntlich diejenigen, über die man am wenigsten gern berichtet.

Das heißt nicht, dass nicht lustiges und nichts zum Lachen dabei ist, ganz im Gegenteil. Aber ich muss zugeben, ich bin befangen! Vieles, was Außenstehende wohl zum staunen oder lachen bringt, hat mich arg schmunzeln lassen. Entweder, weil ich dachte Au ja, so etwas hattest Du auch schon., oder aber, weil ein Bloß gut, dass mir so etwas noch nicht widerfahren ist! durchzuckte. Dabei empfinde ich die Unterschiede zwischen dem Deutschen und dem Schweizer „System“ regelmäßig als besonders spannend, und bin einerseits durchaus neidisch auf Schweizer apothekerliche Errungenschaften (z.B. die Möglichkeit, die Verschreibungspflicht in Ausnahmefällen aushebeln zu dürfen), andererseits bin ich manchmal auch froh, nicht alle Rechte und Pflichten Schweizer Apotheker hier zu haben (z.B. die Belieferung von Dauerrezepten über Beruhigungsmittel mit hohem Abhängigkeitspotential).

Blogautoren müssen sich, wenn sie sich außerhalb des Blogs am Schreiben versuchen, natürlich immer an ihrem Blog messen lassen. Insbesondere dann, wenn sich der Blog und das Buch thematisch überschneiden, oder wie in diesem Fall, genau das selbe Thema beinhalten. Wer aber denkt, man könne auch alles einfach in Pharmamas Blog lesen, der irrt. Viele Themen habe ich so in ihrem Blog bisher nicht oder nur in einem ganz anderen Umfeld gelesen, und die Anekdoten, die mir bekannt vorkamen, konnte ich an einer Hand abzählen – na gut, an einer Hand mit 2 kleinen Fingern.

Wer also schon immer einmal erfahren wollte,
……
wie (und warum) das Personal in Apotheken so ist, wie es ist,
…… – was Kondome mit Gipsverbänden zu tun haben,
…… – was man mit 10 Jahre offenen Ohrentropfen lieber nicht machen sollte,
…… – warum das Telefon Fluch und Segen zugleich für eine Apotheke sind,
…… – und warum man manchmal bei einer Beratung zum Thema „Eitrige Entzündung
…….. unter der Haut“ einfach zu scheitern verurteil ist,
der sollte nicht zögern und ein Blick in die 332 Seiten dieses Buch werfen, und wird diese noch viele weitere vergnügliche Einblicke in den apothekerlichen Berufsalltag entdecken. 

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2 Gedanken zu „Herzlichen Glückwunsch, Pharmama!

  1. Auf Rezept oder nicht, ich werds mir sehr bald besorgen… 🙂

    Von meinen Bloggern habe ich bis jetzt zwei Bücher gelesen – die beiden von Undertaker Tom. Ich bin von denen schon begeistert!

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