Generika?!

Und so begab es sich, dass eine kauf- oder auch beratungswillige Person vor meine Apo-Theke und damit auch vor mich trat… und mich erst einmal ignorierte. Deshalb hub ich meine Stimme, um meinen Willen Kund zu tun, diesen Sachverhalt gerne positiv zu ändern. So sagte ich also:

Guten Tag! Kann ich Ihnen vielleicht helfen?

Haben Sie Generika? Weiterlesen

Telefonitis… mal wieder

„Tüdelü tüdelü!“ werde ich gerufen – vom Telefon natürlich, denn gewöhnlich bedienen wir uns schon artikulierterer Äußerungen bei zwischenmenschlicher Interaktion. Egal… denke ich und nehme mir vor, ab sofort alles Gedachte kursiv zu protokollieren. Ein kurzer Blick aufs Display zeigt die Vorwahl Kleckershausen, von Kleinstadt aus betrachtet circa 1/3 des Wegs nach Mittelgroß-Stadt.

Knick-Apotheke. Knick am Apparat. Wie kann ich behilflich sein?

Ja. Tach. Haben Sie denn [überteuerter homöopatischer Hustensaft]?, verlangt die Stimme am anderen Ende der mehrfach digital-analog-wandelnden Kommunikationsverbindung 1) zu wissen. Weiterlesen

Information zur Lieferfähigkeit (Update)

Soeben erreichte mich folgende Informationschreiben des  Ministeriums für Wahrheit, welches ich gerne an alle nichtbetroffenen Patienten und Versicherten weiterreichen möchte:

Sehr geehrte Bürgerin, sehr geehrter Bürger!

Mit erschrecken haben wir zur Kenntnis genommen, dass eine terroristiosche Vereinigung bestehend aus einem Zusammenschluss von Apothekern, Pharma-Herstellern und Pharma-Großhändlern sowie einem kleinen Anteil der „freien Presse“ hartnäckig verbreitet, es bestehe in diesem unserem wunderschönen Lande die Gefahr, dass die Bevölkerung mit einigen unbedeutende Arzneimitteln nicht ausreichend versorgt werden könnte.

Wir, das Ministerium für Wahrheit, unter unserem Wahrheitsminister Herrn Flöhe, möchten alle Bürger und Bürgerinnen dieses unseres Landes darüber informieren, dass entgegen den Informationen subversiver Apothekeninhaber und terrorostischer Pharma-Hersteller die qualitative und quantitative Versorgung der Bevölkerung mit allen erdenklichen und undenkbaren Arzneimitteln und Medizinprodukten sichergestellt ist.

Wir weisen darauf hin, dass angebliche „Lieferengpässe“, welche von Apothekern und Herstellern in deren angeschlossenen Presseorganen immer wieder verkündet wurden und werden, nicht existieren! Deswegen erklären wir hiermit die Worte „Lieferengpass“ und „Lieferunfähigkeit“ zu Gedankenverbrechen.

Weiterhin betonen wir, dass Apotheker, die behaupten, diese oben genannten Lügen seien nur die Spitze des Eisbergs, und sie hätten selber Lieferengschwierigkeiten nicht nur bei Impfstoffen, sondern bei vielen Arzneimitteln des täglichen Bedarfs und Geschäfts, insbesondere bei solchen mit Rabattverträgen für die gKV, schamlos die Ängste der Bevölkerung unnötig schüren. Bei Arzneistoffen wie Candesartan, Diazepam, Gabapentin, Irbesartan, Metoprolol, Novaminsulfon, Pankreatin, Quetiapin, Sultamicillin, Venlafaxin und einige andere mehr bestehen keine, wir wiederholen keine Lieferengschwierigkeiten. Des weiteren möchten wir betonen, dass niemals Lieferengschwierigkeiten bestanden haben und das auch niemals Lieferschwierigkeiten bestehen werden.

Wir sind uns darüber deshalb so sicher, da wir in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Überfluss eine Befragung der angeblich betroffenen Hersteller durchgeführt haben, die immer zum Ergebnis kam dass der Hersteller als Stellungnahme diese Aussage angab:

Wir, Hersteller vom Arzneimittel / Medizinprodukt XY haben mindestens eine Packung fraglichen Arzneimittels in unserem Lager / Museum. Daher sind wir lieferfähig. Da wir uns standhaft weigern, diese Packung tatsächlich auszuliefern, werden wir auch weiterhin lieferfähig sein.

Wir, das Ministerium für Wahrheit, haben diese Erkenntnisse im höchsten Abgeordnetengremium dieses Landes nicht zur Diskussion vorgeschlagen, worauf dieses Gremium beschlossen hat, dass es mangels dokumentierter Lieferengschwierigkeiten nichts zu diskutieren gibt. Bürgerinnen und Bürger, eine bessere als unsere Arzneimittelversorgung ist weltweit nicht bekannt!

Um diese terroristische Volkshetze einzelner Apotheker zu unterbinden, haben sehen wir drakonische Strafmaßnahmen für Apotheker seitens der gKV als legitim an. Rückwirkend zum 01. September 2016 werden Apotheker, die solche Aussagen ohne ausreichende Beweise, die per Definition dieses Ministeriums gar nicht zu beschaffen sind, einfach mit Nichtbezahlung bestraft. Innerhalb kürzester Zeit werden diese Volksfeinde verhungert sein, und die ehrbaren und ehrhaften Mitarbeiter jener Zunkt können um so besser die Bevölkerung mit den immer und überall in Massen vorhandenen Arzneimitteln, Impfstoffen und Medizinprodukten versorgen.

Lassen Sie sich nicht von der Panikmache einzelner Apotheker anstecken!

Alles ist gut. Und alles wird noch viel besser!

Ihr Ministerium für Wahrheit

Ich habe zur Zeit 75 Arzneimittel, denen ich zum Teil seit 1 Jahr hinterher renne, ohne sie käuflich erwerben zu können. Darunter Schmerzmittel, Impfstoffe, Blutdrucksenker, Antibiotika, Psychopharma u.a. Dabei lösche ich regelmäßig Arzneimittel, die über einem Jahr nicht zu erhalten waren, aus meiner Liste heraus, damit ich nicht komplett den Überblick verliere.

Na dann.

Update (mit Fußnote): Gerade habe ich vom Ministerium für Überfluss einen Hinweis erhalten, dass die Verwendung der sogenannten Sonder-PZN für Nichtlieferbarkeit von Rabatt- bzw. Importarzneimitteln auf abzurechnenden Rezepten [1] logischerweise auch ein Gedankenverbrechen ist, denn es ist mit dieser maschinell lesbaren Bearbeitungszeile ja das Wort „Lieferengpass“ mental verknüpft. Die Verwendung dieser Sonder-PZN wird in Zukunft rückwirkend zum 01.09.2016 akribisch durch die gKV geprüft auf Übereinstimmung mit den offizillen Lieferschwierigkeitsmeldungen der Hersteller an die gKV. Da die Hersteller aber immer Lieferfähigkeit melden, ist eine Verwendung der Sonder-PZN ab sofort per Definition ein Verbrechen.

Nachtrag: Hier habe ich über die unleidige Nichtlieferfähigkeit von (Rabattvertrags-) Arzneimitteln schon im Jahr 2013 geschrieben. Es ist nicht besser geworden seit dem, aber das Formular zur Meldung von Lieferengpässen durch die Hersteller ist wohl nicht mehr online.

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[1] Diese Sonder-PZN wurde mit den Rabattverträgen im Jahr 2007 eingeführt, damit im nicht vorstellbaren Fall der Nichtverfügbarkeit eines Rabattarzneimittels der Apotheker maschinell eben jene Lieferunfähigkeit des Herstellers dokumentieren kann (und muss). Zusätzlich zu der maschinenauswertbaren Dokumentation muss er aber zusätzlich eine (nochmalige) handschriftliche Dokumentation auf dem Rezept durchführen, da eine Dokumentationsart in Ozeanien nicht ausreicht, um einen Sachverhalt klar dazulegen.

 

Ungefährliche Homöopathie…

Während eines längeren Beratungsgesprächs über dies und das kam dann eine spezielle Frage zu einen speziellen Problem, welches sich offensichtlich (meines Wissenstands nach) nicht so ohne weiteres mittels Selbstmedikation lösen läßt, und welches m.E. einer genaueren Diagnosestellung bedarf.

[Ich] Ich denke, da sollten Sie mit einem Arzt drüber reden. Entweder mit Ihrem Hausarzt, oder mit einem […]-Facharzt.
[Patient] Ich kann im Augenblick nicht zum Arzt.
??? (Dies dürfte meinen Gesichtsausdruck korrekt wiedergeben.)
Wissen Sie, ich bin derzeit doch beim Homöopath…

Lieber unbekannter Homöopath,

wenn es bisher noch keinen Beweis dafür gegeben hat, dass die Homöopathie schaden kann, kann habe ich nun einen. Wenn die „Behandlung“ bei Dir verhindert, dass der Patient einen Arzt aufsucht oder die homöopathischen „Behandlung“ eine sachgerechte Diagnose auch nur verzögert, dann schadet das im Zweifelsfall dem Patienten! Wenn Du nicht weiter kommst bei der „Behandlung“ eines Patienten, dann schicke ihn gefälligst zu einem Arzt! Und sage dem Patienten, dass Du nicht weiter kommst und dass deswegen ein Arzt [1] gefragt ist. Das wäre fair gegenüber Deinen „Patienten“, denn auch für Dich sollten diejenigen, die zu Dir kommen, „Schutzbefohlene“ sein. Und einem Schutzbefohlenen ist man verpflichtet, auch mit dem Hinweis, dass man selber in dem fraglichen Augenblick nicht nützt oder durch Unterlassung sogar schadet.

Hochachtungsvoll, Gedankenknick

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[1] Also ein richtiger Arzt (der Du wahrscheinlich nicht bist) mit einer Approbation (die Du wahrscheinlich nicht hast). 

Schrei! Vor Glück..!

Zwei Berufsgenossenschaftsrezepte. Ein Berufsunfall also [1]. Eine Schmerzeinreibung. Eine Knöchelbandage [2]. So weit, so langweilig.

Ein Blick auf den Unfallbetrieb [3] läßt mich stutzen. Ein ganz großer Schuhversender.

Aha. Knöchel umgeknickt beim Schuhversand? Ob die da wohl auch top modische ArbeitssicherheitsSchuhe anbieten? Die würden das Umknicken effektiv verhindern [4].  

Warum habe ich nur den Verdacht, dass im Unfallmoment nicht vor Glück geschrien wurde..?

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[1] Ein Berufsunfall ist alles vom „Schnitt am Kopierpaier beim Lochen“ bis „Ausscheiden aus dem Berufsleben aufgrund abgetrennten Cerebrums beim Versuch der Instantsetzung der Gebäudesäge“. Und alles, auch der kleinste Pieks, ist (theoretischer Weise) ins „Verbandbuch“ einzutragen. Hat mich die Berufsgenossenschaft belehrt.
[2] Die ich ans Sanitätshaus weiterreiche, weil (fast) alle gesetzlichen KrankenKassen seit mehreren Jahren meinen, ich sei zu blöd, selbige korrekt anzumessen. Daher habe ich keine auf Vorrat mehr rumzuliegen. Lohnt sich einfach nicht.
[3] Bei Rezepten zu Lasten einer BG muss entweder Unfalltag und Unfallbetrieb, oder eine bereits vergebene interne Bearbeitungsnummer angegeben sein. Sonst lehnt die BG die Erstattung ab.
[4] Zumindest die knöchelhohen. Und die mit Stahlkappe nach DIN vorne drin verhindern auch Quetschungen der Zehen, sofern mit dem Hubwagen über den Fuß gefahren wird.