BtM-Anfrage

Ja, es ist eine in der Zwischenzeit althergebrachte Weisheit, dass deutsche Apotheken ab dem 11.03.2017 Cannabis-Verschreibungen zu beliefern haben. Und dass es schon genug Unsinnigkeiten um die Bezahlung gegeben hat, wobei genug Leute mit viel Fachwissen aber ohne allzu viel Ahnung über die Gesetzeslage rund um die Apotheke mal wieder festgestellt haben, dass sich deutsche Apotheken eine goldenen Nase an den Patienten verdienen werden. [1] Und dass, obwohl es eine Reihe völlig ungeklärter Verfahrensprobleme gibt, die bis heute – also locker 9 Tage nach Inkrafttreten des Gesetzes – noch nicht mal teilweise geklärt sind aus meiner Sicht. [2] Aber dies soll nicht Thema dieses Eintrags sein. Denn ein – aus meiner bescheidenen Sicht – nicht unerhebliches Problem der Diskussion um den Cannabisgebrauch schwerstkranker Menschen ist, dass auf der selben Welle immer auch die „Genussnutzer“ reiten. Und dass diese ungefragt die Argumente der therapiebedürftigen Patienten nutzen und umfunktionieren, ohne jene überhaupt nur zu fragen, was natürlich ebenjenen Argumenten genauso wenig zum Vorteil gereicht wie ebenjenen Patienten, denen Cannabis tatsächlich einen therapeutischen Vorteil bietet. Und so begab es sich, Weiterlesen

Als Geleit und in Gedenken

Gestern ist Terry Pratchett verstorben. Ich bin ein Fan seiner Scheibenwelt, und ich mag diese Bücher einerseits wegen ihres feinsinnigen Humors, andererseits aber auch wegen ihres augenzwinkernden Umgangs mit dem Fantasy-Genre.

Ich kann nicht behaupten, alle Werke, die in Zusammenhang mit der Scheibenwelt entstanden sind, gelesen zu haben. So habe ich mir verschiedene Almanachen vorenthalten, und auch die gesammelten Karten von Ankh Morporg habe ich mir (bisher) nicht zu eigen gemacht. Und ich kann auch nicht von mir sagen, ich hätte alle von mir gelesenen Werke in Besitz, denn ich habe einige Bücher anschließend verschenkt. Ich kann auch nicht behaupten, ich würde alle Fakten zu und aus diesem Büchern kennen, alle Anspielungen verstehen, über alle Witze gelacht haben [1]. Trotzdem hat die Scheibenwelt einen festen Platz in meinem Hirn und meinem Herzen. Weiterlesen

Herzlichen Glückwunsch, Pharmama!

Pharmama hat ein Buch geschrieben: „Haben Sie diese Pille auch in grün?“

Buch-Haben-Sie-Diese-Pille-Auch-In-Grün

Mir wurde freundlicher Weise vor 6 Tagen ein Exemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt, und ich muss sagen, ich finde es Klasse und kann es nur empfehlen. Für alle, die sonst nur an die Apo-Theke gehen, um schnell mal etwas gegen die kleineren und größeren Wehwehchen zu besorgen – und sich schon immer gefragt haben, warum man unbedingt etwas zur korrekten Einnahme mit auf dem Weg gesagt bekommt. Für alle, die zum Rezeptblock greifen, um Patienten zu behandeln und der Apotheke zu sagen, was es denn werden soll – und sich schon immer gefragt haben, warum denn die beliefernde Apotheke schon wieder Telefonterror startet. Und für alle, die hinter der Apo-Theke auf Patienten „lauern“ – und sich fragen, ob sie mit den auflaufenden und zu lösenden Problemen allein auf der Welt sind, und einem leicht abstruse Geschichten immer nur selbst widerfahren. Hier sein ein kleiner Spoiler erlaubt: Ihr seid nicht allein, den andern geht es genau so! 😉

Wer in Pharmamas Buch Klamauk-Geschichten erwartet oder die ganz großen Peinlichkeiten, wird freilich nicht fündig werden. Der Autorin Töne sind eher die leisen und bedachten, und deswegen werden nicht einfach nur Anekdoten aneinander gereiht, sondern Pharmama erklärt mit Hingebung und viel Liebe zum Detail, warum sie und ihre Mitarbeiterinnen so reagieren, wie sie es eben tun. Dabei wird kaum ein Thema ausgelassen. Vom schwierigen Einstieg in den Berufsalltag über schrecklich nette (und manchmal einfach nur schreckliche) Kunden bis hin zur manchmal nicht so einfachen Kommunikation mit den Kollegen anderer Gesundheitsberufe ist alles dabei. Und natürlich gibt es auch die Begebenheiten, die der einen oder anderen Seite ein wenig peinlich sind (oder sein dürfen), immer mit einem Augenzwinkern berichtet. Und auch eigene Fehler lässt Pharmama nicht aus, und das sind bekanntlich diejenigen, über die man am wenigsten gern berichtet.

Das heißt nicht, dass nicht lustiges und nichts zum Lachen dabei ist, ganz im Gegenteil. Aber ich muss zugeben, ich bin befangen! Vieles, was Außenstehende wohl zum staunen oder lachen bringt, hat mich arg schmunzeln lassen. Entweder, weil ich dachte Au ja, so etwas hattest Du auch schon., oder aber, weil ein Bloß gut, dass mir so etwas noch nicht widerfahren ist! durchzuckte. Dabei empfinde ich die Unterschiede zwischen dem Deutschen und dem Schweizer „System“ regelmäßig als besonders spannend, und bin einerseits durchaus neidisch auf Schweizer apothekerliche Errungenschaften (z.B. die Möglichkeit, die Verschreibungspflicht in Ausnahmefällen aushebeln zu dürfen), andererseits bin ich manchmal auch froh, nicht alle Rechte und Pflichten Schweizer Apotheker hier zu haben (z.B. die Belieferung von Dauerrezepten über Beruhigungsmittel mit hohem Abhängigkeitspotential).

Blogautoren müssen sich, wenn sie sich außerhalb des Blogs am Schreiben versuchen, natürlich immer an ihrem Blog messen lassen. Insbesondere dann, wenn sich der Blog und das Buch thematisch überschneiden, oder wie in diesem Fall, genau das selbe Thema beinhalten. Wer aber denkt, man könne auch alles einfach in Pharmamas Blog lesen, der irrt. Viele Themen habe ich so in ihrem Blog bisher nicht oder nur in einem ganz anderen Umfeld gelesen, und die Anekdoten, die mir bekannt vorkamen, konnte ich an einer Hand abzählen – na gut, an einer Hand mit 2 kleinen Fingern.

Wer also schon immer einmal erfahren wollte,
……
wie (und warum) das Personal in Apotheken so ist, wie es ist,
…… – was Kondome mit Gipsverbänden zu tun haben,
…… – was man mit 10 Jahre offenen Ohrentropfen lieber nicht machen sollte,
…… – warum das Telefon Fluch und Segen zugleich für eine Apotheke sind,
…… – und warum man manchmal bei einer Beratung zum Thema „Eitrige Entzündung
…….. unter der Haut“ einfach zu scheitern verurteil ist,
der sollte nicht zögern und ein Blick in die 332 Seiten dieses Buch werfen, und wird diese noch viele weitere vergnügliche Einblicke in den apothekerlichen Berufsalltag entdecken. 

And the winner is… Krankenkasse!

Da hat in meinem Urlaub das Bundessozialgericht die Apotheken mit technischem KO zu Boden geschickt, wie Apotheke Adhoc berichtet. [1] Die krankenKassen, in diesem Fall die Ersatzkassen, jubilieren natürlich. [2] Prinzipiell geht es um die „Nichtbeachtung“ der Rabattverträge durch die Apotheke und der durch verschiedene krankenKassen als „Straf- und Erziehungsmaßnahme“ durchgeführten Null-Retaxationen. Eigentlich habe ich mit keinem anderen Urteil vom BSG gerechnet – aber umgehauen hat mich das Urteil dann trotzdem. Warum geht es nun genau? Weiterlesen

Da bin ich wieder

Ja, ich war dann mal weg. Und nun bin ich wieder da. Und was ich mir in den letzten Tagen bei Apotheke-Adhoc durchgelesen habe, hat meine Urlaubserholung dann auch gleich wieder ins Nirvana geschickt. Nun ja, das Arbeitsleben hat mich wieder…