Nicht ohne Deine Eltern…

nichtgiftigÄhm, kannst Du mal übernehmen? Ich weiß nicht so recht…, sprach mich die PTA-Kollegin an, was mich von meinem Bürokratie-Schwachsinn, den ich – mal wieder – gerade bearbeitete, aufblicken ließ. Mit einem halben Ohr hatte ich schon mitbekommen, dass die zwei Jugendlichen offensichtlich einen Sonderwunsch hatten, aber ich war mit dem Antrag zur Kostenerstattung einer Portnadel im Gesamtwert von 17,98€ so beschäftigt gewesen, dass das Problem selber von meinem Ohr zwar an mein Hirn geschickt sein worden muss, letzteres das ganze wohl aber im Spam-Filter versacken ließ.
Was gibt´s denn dramatisches?, fragte ich zurück.
Naja, die Jungs wollen Kaliumhydroxid. Keine Ahnung… Weiterlesen

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Wie in Spanien!

Und dann war da noch der nette ältere Herr, der forschen Schritten vor die Apo-Theke trat, mich herausfordernden Blickes anschaute, und fordernd in meine Richtung bellte sprach:
Ich komme gerade aus Spanien. Da kostet eine Schachtel Aspirin nur 1,80€.
Schön, dachte ich, in Spanien wäre ich auch gern mal, und Aspirin bekomme ich nicht mal für 1,80€ ohne Märchensteuer die Schachtel eingekauft. So antwortete ich wohlgemut und neugierig ob des weiteren Gesprächsverlaufs:
Ja, und?
Wir haben jetzt schließlich den Euro Und die EU! In der EU ist alles gleich! Deswegen verlange ich, dass Sie mir die Aspirin zu genau dem Preis verkaufen, die sie in Spanien kosten! … Weiterlesen

Ein langer Weg für kalte Spritzen

Vor langer langer Zeit [1] begab es sich im Lande des Gedankenknicks, dass an einem Donnerstag Nachmittag der Tod in Latschen an die Apo-Theke trat und ein Rezept zur Belieferung vorlegte.

Nun muss ich mich allerdings korrigieren, denn es waren keine Latschen sondern modische Halbschuhe an den Füßen, die natürlich auch nicht zum Tod, sondern zu Frau Stase gehörten, die dem Tod an diesem Tag aber wie aus dem Gesicht geschnitten ähnelte. Meine Güte, Frau Stase, Sie sehen ja wirklich nicht gut aus. War es diesmal so schlimm?
Fragen Sie lieber nicht. Sie räusperte sich. Ich brauche schnell das hier, und dann will ich nur noch nach Hause., reichte sie mir das bereits erwähnte Rezept. Weiterlesen

Tüten gibts doch sonst geschenkt…

NixTueteUnd es begab sich zu einer nachmittäglichen Zeit, als die Frühlingssonne kräftiger schien, die Welt sich erwärmte, Blumen ihre in allen Farben erstrahlenden Blüten lasziv wild herumtollenden Insekten entgegenreckten, und die restliche Fauna allenthalben ihren Bewegungsdrang und Lichthunger auslebte, dass eine größere Gruppe jugendlichen Weibsvolks, geschätzt vielleicht 10 oder 12 Pubertärinnen, sich vor der Apotheke versammelte und lachend und kichernd immer wieder einzelne ausgewählte Individuen mittels Einsatzes einer vielzahl kräftiger Arme Richtung Eingangstür ausspie, nur damit diese Einzelpersonen erst kreischend und dann heiter aber mit viel gegacker und gezeter wieder in der Gruppe abtauchen konnten. Eine Weile sah ich dem bunten Treiben zu [1], bis dann doch mein Mitleid mit der Automatiktür, die schon vor lauter auf und zu weder ein noch aus wußte, obsiegte, und ich also gen Volksauflauf schlenderte um zu schauen, ob und wenn ja wie ich diesem ausgelassenem Hort jugendlicher Versammlungsfreiheit meine Unterstützung antragen könne. Weiterlesen

Explosions-Motor

nichtgiftigZu einer Zeit lang vor der unseren, weit weit vor dem Grundstoffüberwachungsgesetz und der Chemikalienverbotsverordnung, trug es sich im Lande des Gedankenknick zu, dass die Lichtschranke an der Automatiktür einen Tongenerator dazu animierte, ein freudiges DingDong auszurufen.
Tach auch!,
Tach!, kamen zwei baseballbemütze und kapuzenbeshirtete  Schlabberhosenträger, jung vom Gemüt und schlacksig vom Gangwerk, herein.

Hallo! Was kann ich denn für Sie tun?

Naja, wir suchen was. Ja, was ganz bestimmtes. Blicke wanderten Richtung Decke.
Hm… was darfs denn sein?
Na… na… na nu sag Du mal. Ich? Wer denn sonst? Blicke wanderten Richtung Schuhspitzen.

Fußpilz? Pickel? Hämorrhoiden? Fragen zur Verhütung? Ejaculatio praecox? Der vermeintlich peinlichen Probleme gibt es ja viele. Und wenn man sie erst mal kommuniziert, läßt sich manchmal sogar eine angemessene Lösung finden. Weiterlesen

Darf ich mal Ihren Arztausweis sehen..?

ArztausweisEs ist Samstag vormittag. Die Sonne scheint durch die Schaufensterscheiben herein. Ich schaue durch gleiche hinaus. Es ist wenig los, und statt mich sehr intensiv und voller Elan mit der anliegenden Bürokratie auseinanderzusetzen, träume ich ein wenig parallel davon, am Strand des nahegelegenen Sees zu liegen und die neue, vom Hersteller über das grüne Gras gelobte Sonnenschutzcreme LSF50+ einem intensiven Test auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit zu unterziehen. Gerade sinniere ich darüber, ob ich durch das Schließen meiner Augen die Studie zumindest einfach verblinden kann, als – DingDong – ein dynamischer und selbstsicherer junger Mann vor die Apo-Theke tritt. Weiterlesen