Knast V1.01 – Hinweise der AMK

Wie ich hier bereits erklärte, stehe ich bei Belieferung einer bestimmten Rezeptsorte – dem T-Rezept – plötzlich nicht nur mit einem Fuß im Schuldenturm, wenn die krankenKassen mir da einen Null-Retax unterjubeln, nein mit der kürzlich erfolgten Änderung des AMG stehe ich mit dem anderen Fuß jetzt sogar im Gefängnis. Das wirklich schöne daran ist, dass ich ja nicht einmal Verursacher des Problems bin. Ich bin nur der Kontrolleur, welcher den Patienten sachgerecht versorgen soll, welcher diese sachgerechte Versorgung eines schwerkranken Patienten aber dann wegen minimaler Formfehler verweigern muss.

Nun wird aber via AMG, AMVV und den Lieferverträgen zwischen Apotheken und krankenKassen festgelegt, dass die Apotheke das Rezept in gewissen Grenzen überprüfen muss. Diese Grenzen wurden nun aber vom Gesetzgeber im Schulterschluss mit den krankenKassen nicht nur bis über die Sinnhaftigkeit hinaus ausgeweitet – kleinste Fehler bei der Überprüfung dieser eher seltenen Rezepte können den verantwortlichen Apotheker eine Gefängnisstrafe von bis zu 1,5 Jahre einbringen! Und damit die Sache nun auch wirklich klar ist, schlägt die AMK, die „Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker“, im Auftrag des BfArM in dieselbe Kerbe und weist nochmals ausdrücklich auf die Gefahren bei der Belieferung dieser Rezepte hin. Da die Verlinkung des Rundschreibens über ein DocCheck-Passwort geschützt ist, und ich also den genauen Wortlaut nicht einfach hier hereinverlinken kann, werde ich ausgewählte Stellen des Textes böswilliger Weise zitieren… Weiterlesen

Ich geh dann mal in den Knast…

…oder die korrekte Belieferung eines „T-Rezepts“.

Es gibt Patienten, die sind echt arm dran. Deren Diagnose lautet Multiples Myelom. Und wenn eine hochdosierte Chemotherapie nicht vertragen wird, kann als Alternative eventuell mit Thalidomid, oder als zweite Alternative dessen Abkömmling Lenalidomid behandelt werden. Und auch wenn diese Therapie in letzter Zeit etwas umstritten ist, kann damit durchaus ein guter Behandlungserfolg zu verzeichnen sein. 

Moment, Thalidomid, war da nicht etwas? Weiterlesen

Wie man das Retax-Schwert scharf hält…

abgelehntKranke Kassen dürfen bekanntlich die korrekte Belieferung von Rezepten anzweifeln. Und das ist auch ok, weil bei Abrechnungsfehlern eine Seite ja bekanntenlich nicht einfach ihr (Un)Recht gegen die andere Seite durchsetzen können sollte. Dieses einseitige Recht aber haben die kranken Kassen sich selbst zugestanden – die Bezahlung von nachweislich erbrachten Leistungen rückwirkend auf Null zu setzen, weil gegen einen Formalie bei der Verschreibung verstoßen wurde. Solche Fehler werden meist durch die verordnende Arztpraxis verursacht, und sind zum Teil so geringfügig, dass man nicht einmal behaupten könne, die Patientensicherheit sei eventuell gefährdet. Würden Apotheken in solch einem Fall auf die „korrekte“ Ausstellung des Rezeptes bestehen, würde der Apotheker wohl eher ein Beruhigungsmittel intramuskulär als ein neues Rezept vom Arzt bekommen, denn es geht zum Teil um schwachsinnigste Probleme. Nichts desto trotz haben einige kranke Kassen sogar die „Heilung“ dieser Rezepte – also die (nachträgliche) Bestätigung der korrekten Belieferung durch den verschreibenden Arzt – für verboten erklärt. Das sollte sich ja nun ändern… Weiterlesen

Von Taxen und Re-Taxen

abgelehntVor ein paar Tagen hatte ich versprochen, mal etwas zu den ominösen Retaxationen, Retaxierungen und Retaxen zu schreiben, die ich immer wieder erwähne.

Also: Wer auf eine Party will, sich dort alkoholischen Gelüsten hingeben möchte, und keine Mitfahrgelegenheit findet, nimmt sich gemeinhin eine Taxe. Und wer dann mit einer angehenden C2-Intoxikation wieder nach Hause möchte, ruft sich folgerichtig eine Re-Taxe. Und was hat das jetzt alles mit der Apotheke zu tun? Weiterlesen